The Cutting Edge August 28, 2008:New Orleans and the Hand of God Just a few more weary days and then... I'll fly away...
And when these things begin to come to pass,
then look up, and lift up your heads;
for your redemption draweth nigh.
August 10, 2008:NCHS Class of 1978 Revisited
March 20, 2008:Traditions
December 29, 2007:New Year's 2008


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DIE BIBEL (Version Luther 1545)
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Kapitel 1

1:1
Wohl dem, der nicht wandelt im Rat der Gottlosen, noch tritt auf den Weg der Sünder, noch sitzt, da die Spötter sitzen,
1:2
sondern hat Lust zum Gesetz des HErrn und redet von seinem Gesetz Tag und Nacht.
1:3
Der ist wie ein Baum, gepflanzet an den Wasserbächen, der seine Frucht bringet zu seiner Zeit, und seine Blätter verwelken nicht, und was er macht, das gerät wohl.
1:4
Aber so sind die Gottlosen nicht, sondern wie Spreu, die der Wind verstreuet.
1:5
Darum bleiben die Gottlosen nicht im Gerichte, noch die Sünder in der Gemeine der Gerechten.
1:6
Denn der HErr kennet den Weg der Gerechten, aber der Gottlosen Weg vergehet.

Kapitel 2

2:1
Warum toben die Heiden, und die Leute reden so vergeblich?
2:2
Die Könige im Lande lehnen sich auf, und die Herren ratschlagen miteinander wider den HErrn und seinen Gesalbten:
2:3
Lasset uns zerreißen ihre Bande und von uns werfen ihre Seile!
2:4
Aber der im Himmel wohnet, lachet ihrer, und der HErr spottet ihrer.
2:5
Er wird einst mit ihnen reden in seinem Zorn, und mit seinem Grimm wird er sie schrecken.
2:6
Aber ich habe meinen König eingesetzt auf meinem heiligen Berg Zion.
2:7
Ich will von einer solchen Weise predigen, daß der HErr zu mir gesagt hat: Du bist mein Sohn, heute hab ich dich gezeuget.
2:8
Heische von mir, so will ich dir die Heiden zum Erbe geben und der Welt Ende zum Eigentum.
2:9
Du sollst sie mit einem eisernen Zepter zerschlagen; wie Töpfe sollst du sie zerschmeißen.
2:10
So laßt euch nun weisen, ihr Könige, und laßt euch züchtigen, ihr Richter auf Erden!
2:11
Dienet dem HErrn mit Furcht und freuet euch mit Zittern!
2:12
Küsset den Sohn, daß er nicht zürne und ihr umkommet auf dem Wege; denn sein Zorn wird bald anbrennen. Aber wohl allen, die auf ihn trauen!

Kapitel 3

Ein Psalm Davids, da er floh vor seinem Sohn Absalom.
3:1
Ach, HErr, wie ist meiner Feinde so viel, und setzen sich so viele wider mich!
3:2
Viele sagen von meiner Seele: Sie hat keine Hilfe bei GOtt. Sela.
3:3
Aber du, HErr, bist der Schild für mich, und der mich zu Ehren setzet und mein Haupt aufrichtet.
3:4
Ich rufe an mit meiner Stimme den HErrn, so erhöret er mich von seinem heiligen Berge. Sela.
3:5
Ich liege und schlafe und erwache; denn der HErr hält mich.
3:6
Ich fürchte mich nicht vor viel Hunderttausenden, die sich umher wider mich legen.
3:7
Auf HErr, und hilf mir, mein GOtt; denn du schlägst alle meine Feinde auf den Backen und zerschmetterst der Gottlosen Zähne.
3:8
Bei dem HErrn findet man Hilfe und deinen Segen über dein Volk. Sela.

Kapitel 4

Ein Psalm Davids, vorzusingen auf Saitenspielen.
4:1
Erhöre mich, wenn ich rufe, GOtt meiner Gerechtigkeit, der du mich tröstest in Angst; sei mir gnädig und erhöre mein Gebet!
4:2
Liebe Herren, wie lange soll meine Ehre geschändet werden? Wie habt ihr das Eitle so lieb und die Lügen so gerne! Sela.
4:3
Erkennet doch daß der HErr seine Heiligen wunderlich führet! Der HErr höret, wenn ich ihn anrufe.
4:4
Zürnet ihr, sündiget nicht! Redet mit eurem Herzen auf eurem Lager und harret. Sela.
4:5
Opfert Gerechtigkeit und hoffet auf den HErrn.
4:6
Viele sagen: Wie sollt uns dieser weisen, was gut ist? Aber, HErr, erhebe über uns das Licht deines Antlitzes!
4:7
Du erfreuest mein Herz, ob jene gleich viel Wein und Korn haben.
4:8
Ich liege und schlafe ganz mit Frieden; denn allein du, HErr, hilfst mir, daß ich sicher wohne.

Kapitel 5

Ein Psalm Davids, vorzusingen für das Erbe.
5:1
HErr, höre meine Worte, merke auf meine Rede!
5:2
Vernimm mein Schreien, mein König und mein GOtt; denn ich will vor dir beten.
5:3
HErr, frühe wollest du meine Stimme hören; frühe will ich mich zu dir schicken und drauf merken.
5:4
Denn du bist nicht ein GOtt, dem gottlos Wesen gefällt; wer böse ist, bleibet nicht vor dir.
5:5
Die Ruhmredigen bestehen nicht vor deinen Augen; du bist feind allen Übeltätern.
5:6
Du bringest die Lügner um; der HErr hat Greuel an den Blutgierigen und Falschen.
5:7
Ich aber will in dein Haus gehen auf deine große Güte und anbeten gegen deinem heiligen Tempel in deiner Furcht.
5:8
HErr, leite mich in deiner Gerechtigkeit um meiner Feinde willen; richte deinen Weg vor mir her.
5:9
Denn in ihrem Munde ist nichts Gewisses, ihr Inwendiges ist Herzeleid, ihr Rachen ist ein offenes Grab, mit ihren Zungen heucheln sie.
5:10
Schuldige sie, GOtt, daß sie fallen von ihrem Vornehmen! Stoße sie aus um ihrer großen Übertretung willen; denn sie sind dir widerspenstig.
5:11
Laß sich freuen alle, die auf dich trauen; ewiglich laß sie rühmen, denn du beschirmest sie; fröhlich laß sein in dir, die deinen Namen lieben!
5:12
Denn du, HErr, segnest die Gerechten; du krönest sie mit Gnade wie mit einem Schilde.

Kapitel 6

Ein Psalm Davids, vorzusingen auf acht Saiten.
6:1
Ach, HErr, strafe mich nicht in deinem Zorn und züchtige mich nicht in deinem Grimm!
6:2
HErr, sei mir gnädig, denn ich bin schwach; heile mich, HErr, denn meine Gebeine sind erschrocken,
6:3
und meine Seele ist sehr erschrocken. Ach, du HErr, wie lange!
6:4
Wende dich, HErr, und errette meine Seele; hilf mir um deiner Güte willen!
6:5
Denn im Tode gedenkt man dein nicht; wer will dir in der Hölle danken?
6:6
Ich bin so müde vom Seufzen, ich schwemme mein Bette die ganze Nacht und netze mit meinen Tränen mein Lager.
6:7
Meine Gestalt ist verfallen vor Trauern und ist alt worden; denn ich allenthalben geängstet werde.
6:8
Weichet von mir, alle Übeltäter; denn der HErr höret mein Weinen,
6:9
der HErr höret mein Flehen, mein Gebet nimmt der HErr an.
6:10
Es müssen alle meine Feinde zuschanden werden und sehr erschrecken, sich zurückkehren und zuschanden werden plötzlich.

Kapitel 7

Die Unschuld Davids, davon er sang dem HErrn von wegen der Worte des Mohren, des Jeminiten.
7:1
Auf dich, HErr, traue ich, mein GOtt! Hilf mir von allen meinen Verfolgern und errette mich,
7:2
daß sie nicht wie Löwen meine Seele erhaschen und zerreißen, weil kein Erretter da ist.
7:3
HErr, mein GOtt, hab ich solches getan, und ist Unrecht in meinen Händen;
7:4
hab ich Böses vergolten denen, so friedlich mit mir lebten, oder die, so mir ohne Ursache feind waren, beschädiget,
7:5
so verfolge mein Feind meine Seele und ergreife sie und trete mein Leben zu Boden und lege meine Ehre in den Staub. Sela.
7:6
auf, HErr, in deinem Zorn, erhebe dich über den Grimm meiner Feinde und hilf mir wieder in das Amt, das du mir befohlen hast,
7:7
daß sich die Leute wieder zu dir sammeln; und um derselben willen komm wieder empor.
7:8
Der HErr ist Richter über die Leute. Richte mich, HErr, nach meiner Gerechtigkeit und Frömmigkeit.
7:9
Laß der Gottlosen Bosheit ein Ende werden und fördere die Gerechten; denn du, gerechter GOtt, prüfest Herzen und Nieren.
7:10
Mein Schild ist bei GOtt, der den frommen Herzen hilft.
7:11
GOtt ist ein rechter Richter und ein GOtt, der täglich dräuet.
7:12
Will man sich nicht bekehren, so hat er sein Schwert gewetzt und seinen Bogen gespannet und zielet,
7:13
und hat drauf gelegt tödlich Geschoß; seine Pfeile hat er zugerichtet zu verderben.
7:14
Siehe, der hat Böses im Sinn, mit Unglück ist er schwanger; er wird aber einen Fehl gebären.
7:15
Er hat eine Grube gegraben und ausgeführt und ist in die Grube gefallen, die er gemacht hat.
7:16
Sein Unglück wird auf seinen Kopf kommen und sein Frevel auf seine Scheitel fallen.
7:17
Ich danke dem HErrn um seiner Gerechtigkeit willen und will loben den Namen des HErrn, des Allerhöchsten.

Kapitel 8

Ein Psalm Davids, vorzusingen auf der Githith.
8:1
HErr, unser Herrscher, wie herrlich ist dein Name in allen Landen, da man dir danket im Himmel!
8:2
dem Munde der jungen Kinder und Säuglinge hast du eine Macht zugerichtet um deiner Feinde willen, daß du vertilgest den Feind und den Rachgierigen.
8:3
Denn ich werde sehen die Himmel, deiner Finger Werk, den Mond und die Sterne, die du bereitest.
8:4
Was ist der Mensch, daß du sein gedenkest; und des Menschen Kind, daß du dich sein annimmst?
8:5
Du wirst ihn lassen eine kleine Zeit von GOtt verlassen sein. Aber mit Ehren und Schmuck wirst du ihn krönen.
8:6
Du wirst ihn zum Herrn machen über deiner Hände Werk; alles hast du unter seine Füße getan:
8:7
Schafe und Ochsen allzumal, dazu auch die wilden Tiere,
8:8
die Vögel unter dem Himmel und die Fische im Meer und was im Meer gehet.
8:9
HErr, unser Herrscher, wie herrlich ist dein Name in allen Landen!

Kapitel 9

Ein Psalm Davids von der schönen Jugend, vorzusingen.
9:1
Ich danke dem HErrn von ganzem Herzen und erzähle alle deine Wunder.
9:2
Ich freue mich und bin fröhlich in dir und lobe deinen Namen, du Allerhöchster,
9:3
daß du meine Feinde hinter sich getrieben hast; sie sind gefallen und umkommen vor dir.
9:4
Denn du führest mein Recht und Sache aus; du sitzest auf dem Stuhl ein rechter Richter.
9:5
Du schiltst die Heiden und bringest die Gottlosen um; ihren Namen vertilgest du immer und ewiglich.
9:6
Die Schwerter des Feindes haben ein Ende; die Städte hast du umgekehret; ihr Gedächtnis ist umkommen samt ihnen.
9:7
Der HErr aber bleibt ewiglich; er hat seinen Stuhl bereitet zum Gericht.
9:8
Und er wird den Erdboden recht richten und die Leute regieren rechtschaffen.
9:9
Und der HErr ist des Armen Schutz, ein Schutz in der Not.
9:10
Darum hoffen auf dich, die deinen Namen kennen; denn du verlässest nicht, die dich, HErr, suchen.
9:11
Lobet den HErrn, der zu Zion wohnet; verkündiget unter den Leuten sein Tun!
9:12
Denn er gedenkt und fragt nach ihrem Blut; er vergisset nicht des Schreiens der Armen.
9:13
HErr, sei mir gnädig; siehe an mein Elend unter den Feinden, der du mich erhebest aus den Toren des Todes,
9:14
auf daß ich erzähle all deinen Preis in den Toren der Tochter Zion, daß ich fröhlich sei über deine Hilfe.
9:15
Die Heiden sind versunken in der Grube, die sie zugerichtet hatten; ihr Fuß ist gefangen im Netz, das sie gestellet hatten.
9:16
So erkennet man, daß der HErr Recht schaffet. Der Gottlose ist verstrickt in dem Werk seiner Hände durchs Wort. Sela.
9:17
Ach, daß die Gottlosen müßten zur Hölle gekehret werden, alle Heiden, die GOttes vergessen!
9:18
Denn er wird des Armen nicht so ganz vergessen, und die Hoffnung der Elenden wird nicht verloren sein ewiglich.
9:19
HErr, stehe auf, daß Menschen nicht Überhand kriegen; laß alle Heiden vor dir gerichtet werden!
9:20
Gib ihnen, HErr, einen Meister, daß die Heiden erkennen daß sie Menschen sind. Sela.

Kapitel 10

10:1
HErr, warum trittst du so ferne, verbirgest dich zur Zeit der Not?
10:2
Weil der Gottlose Übermut treibet, muß der Elende leiden. Sie hängen sich aneinander und erdenken böse Tücke.
10:3
Denn der Gottlose rühmet sich seines Mutwillens, und der Geizige segnet sich und lästert den HErrn.
10:4
Der Gottlose ist so stolz und zornig, daß er nach niemand fraget; in allen seinen Tücken hält er GOtt für nichts.
10:5
Er fähret fort mit seinem Tun immerdar; deine Gerichte sind ferne von ihm; er handelt trotzig mit allen seinen Feinden.
10:6
Er spricht in seinem Herzen: Ich werde nimmermehr daniederliegen; es wird für und für keine Not haben.
10:7
Sein Mund ist voll Fluchens, Falsches und Trugs; seine Zunge richtet Mühe und Arbeit an.
10:8
Er sitzt und lauert in den Höfen; er erwürget die Unschuldigen heimlich; seine Augen halten auf die Armen.
10:9
Er lauert im Verborgenen, wie ein Löwe in der Höhle; er lauert, daß er den Elenden erhasche, und erhaschet ihn, wenn er ihn in sein Netz zeucht.
10:10
Er zerschlägt und drücket nieder und stößt zu Boden den Armen mit Gewalt.
10:11
Er spricht in seinem Herzen: GOtt hat's vergessen; er hat sein Antlitz verborgen, er wird's nimmermehr sehen.
10:12
Stehe auf, HErr GOtt, erhebe deine Hand; vergiß der Elenden nicht!
10:13
Warum soll der Gottlose GOtt lästern und in seinem Herzen sprechen: Du fragst nicht danach?
10:14
Du siehest ja, denn du schauest das Elend und Jammer; es stehet in deinen Händen. Die Armen befehlen's dir; du bist der Waisen Helfer.
10:15
Zerbrich den Arm des Gottlosen und suche das Böse, so wird man sein gottlos Wesen nimmer finden.
10:16
Der HErr ist König immer und ewiglich; die Heiden müssen aus seinem Land umkommen.
10:17
Das Verlangen der Elenden hörest du, HErr; ihr Herz ist gewiß, daß dein Ohr drauf merket,
10:18
daß du Recht schaffest dem Waisen und Armen, daß der Mensch nicht mehr trotze auf Erden.

Kapitel 11

Ein Psalm Davids, vorzusingen.
11:1
Ich traue auf den HErrn. Wie saget ihr denn zu meiner Seele, sie soll fliegen wie ein Vogel auf eure Berge?
11:2
Denn siehe, die Gottlosen spannen den Bogen und legen ihre Pfeile auf die Sehne, damit heimlich zu schießen die Frommen.
11:3
Denn sie reißen den Grund um; was soll der Gerechte ausrichten?
11:4
Der HErr ist in seinem heiligen Tempel, des HErrn Stuhl ist im Himmel; seine Augen sehen drauf, seine Augenlider prüfen die Menschenkinder.
11:5
Der HErr prüfet den Gerechten; seine Seele hasset den Gottlosen und die gerne freveln.
11:6
Er wird regnen lassen über die Gottlosen Blitz, Feuer und Schwefel und wird ihnen ein Wetter zu Lohn geben.
11:7
Der HErr ist gerecht und hat Gerechtigkeit lieb, darum daß ihre Angesichte schauen auf das da recht ist.

Kapitel 12

Ein Psalm Davids, vorzusingen auf acht Saiten.
12:1
Hilf, HErr, die Heiligen haben abgenommen, und der Gläubigen ist wenig unter den Menschenkindern.
12:2
Einer redet mit dem andern unnütze Dinge und heucheln und lehren aus uneinigem Herzen.
12:3
Der HErr wolle ausrotten alle Heuchelei und die Zunge, die da stolz redet,
12:4
die da sagen: Unsere Zunge soll überhand haben, uns gebührt zu reden; wer ist unser HErr?
12:5
Weil denn die Elenden verstöret werden und die Armen seufzen, will ich auf, spricht der HErr; ich will eine Hilfe schaffen, daß man getrost lehren soll.
12:6
Die Rede des HErrn ist lauter, wie durchläutert Silber im irdenen Tiegel, bewähret siebenmal.
12:7
Du, HErr, wollest sie bewahren und uns behüten vor diesem Geschlecht ewiglich.
12:8
Denn es wird allenthalben voll Gottloser, wo solche lose Leute unter den Menschen herrschen.

Kapitel 13

Ein Psalm Davids, vorzusingen.
13:1
HErr, wie lange willst du mein so gar vergessen? Wie lange verbirgest du dein Antlitz vor mir?
13:2
lange soll ich sorgen in meiner Seele und mich ängsten in meinem Herzen täglich? Wie lange soll sich mein Feind über mich erheben?
13:3
Schaue doch und erhöre mich, HErr, mein GOtt! Erleuchte meine Augen, daß ich nicht im Tode entschlafe,
13:4
daß nicht mein Feind rühme, er sei mein mächtig worden, und meine Widersacher sich nicht freuen, daß ich niederliege.
13:5
Ich hoffe aber darauf, daß du so gnädig bist; mein Herz freuet sich, daß du so gerne hilfest.
13:6
Ich will dem HErrn singen, daß er so wohl an mir tut.

Kapitel 14

Ein Psalm Davids, vorzusingen.
14:1
Die Toren sprechen in ihrem Herzen: Es ist kein GOtt. Sie taugen nichts und sind ein Greuel mit ihrem Wesen. Da ist keiner, der Gutes tue.
14:2
Der HErr schauet vom Himmel auf der Menschen Kinder, daß er sehe, ob jemand klug sei und nach GOtt frage.
14:3
Aber sie sind alle abgewichen und allesamt untüchtig; da ist keiner, der Gutes tue, auch nicht einer.
14:4
Will denn der Übeltäter keiner das merken, die mein Volk fressen, daß sie sich nähren, aber den HErrn rufen sie nicht an?
14:5
Daselbst fürchten sie sich; aber GOtt ist bei dem Geschlecht der Gerechten.
14:6
Ihr schändet des Armen Rat; aber GOtt ist seine Zuversicht.
14:7
Ach, daß die Hilfe aus Zion über Israel käme, und der HErr sein gefangen Volk erlösete! So würde Jakob fröhlich sein und Israel sich freuen.

Kapitel 15

Ein Psalm Davids.
15:1
HErr, wer wird wohnen in deiner Hütte? Wer wird bleiben auf deinem heiligen Berge?
15:2
Wer ohne Wandel einhergehet und recht tut und redet die Wahrheit von Herzen;
15:3
wer mit seiner Zunge nicht verleumdet und seinem Nächsten kein Arges tut und seinen Nächsten nicht schmähet;
15:4
wer die Gottlosen nichts achtet, sondern ehret die Gottesfürchtigen; wer seinem Nächsten schwöret und hält es;
15:5
wer sein Geld nicht auf Wucher gibt und nimmt nicht Geschenke über den Unschuldigen: wer das tut, der wird wohl bleiben.

Kapitel 16

Ein gülden Kleinod Davids.
16:1
Bewahre mich, GOtt; denn ich traue auf dich.
16:2
Ich habe gesagt zu dem HErrn: Du bist ja der HErr, ich muß um deinetwillen leiden.
16:3
Für die Heiligen, so auf Erden sind, und für die Herrlichen; an denen habe ich all mein Gefallen.
16:4
Aber jene, die einem andern nacheilen, werden groß Herzeleid haben. Ich will ihres Trankopfers mit dem Blut nicht opfern, noch ihren Namen in meinem Munde führen.
16:5
Der HErr aber ist mein Gut und mein Teil; du erhältst mein Erbteil.
16:6
Das Los ist mir gefallen aufs Liebliche; mir ist ein schön Erbteil worden.
16:7
Ich lobe den HErrn, der mir geraten hat; auch züchtigen mich meine Nieren des Nachts.
16:8
Ich habe den HErrn allezeit vor Augen; denn er ist mir zur Rechten, darum werde ich wohl bleiben.
16:9
Darum freuet sich mein Herz, und meine Ehre ist fröhlich, auch mein Fleisch wird sicher liegen.
16:10
Denn du wirst meine Seele nicht in der Hölle lassen und nicht zugeben, daß dein Heiliger verwese.
16:11
Du tust mir kund den Weg zum Leben; vor dir ist Freude die Fülle und lieblich Wesen zu deiner Rechten ewiglich.

Kapitel 17

Ein Gebet Davids.
17:1
HErr, erhöre die Gerechtigkeit, merke auf mein Geschrei, vernimm mein Gebet, das nicht aus falschem Munde gehet.
17:2
Sprich du in meiner Sache und schaue du aufs Recht!
17:3
Du prüfest mein Herz und besuchest es des Nachts und läuterst mich und findest nichts. Ich habe mir vorgesetzt, daß mein Mund nicht soll übertreten.
17:4
Ich bewahre mich in dem Wort deiner Lippen vor Menschenwerk auf dem Wege des Mörders.
17:5
Erhalte meinen Gang auf deinen Fußsteigen, daß meine Tritte nicht gleiten!
17:6
Ich rufe zu dir, daß du, GOtt, wollest mich erhören; neige deine Ohren zu mir, höre meine Rede!
17:7
Beweise deine wunderliche Güte, du Heiland derer, die dir vertrauen, wider die, so sich wider deine rechte Hand setzen.
17:8
Behüte mich wie einen Augapfel im Auge; beschirme mich unter dem Schatten deiner Flügel
17:9
vor den Gottlosen, die mich verstören, vor meinen Feinden, die um und um nach meiner Seele stehen.
17:10
Ihre Fetten halten zusammen; sie reden mit ihrem Munde stolz.
17:11
Wo wir gehen so umgeben sie uns; ihre Augen richten sie dahin, daß sie uns zur Erde stürzen,
17:12
gleichwie ein Löwe, der des Raubes begehrt, wie ein junger Löwe, der in der Höhle sitzt.
17:13
HErr, mache dich auf, überwältige ihn und demütige ihn; errette meine Seele von dem Gottlosen mit deinem Schwert,
17:14
von den Leuten deiner Hand, HErr, von den Leuten dieser Welt, welche ihr Teil haben in ihrem Leben, welchen du den Bauch füllest mit deinem Schatz, die da Kinder die Fülle haben und lassen ihr übriges ihren Jungen.
17:15
Ich aber will schauen dein Antlitz in Gerechtigkeit; ich will satt werden, wenn ich erwache nach deinem Bilde.

Kapitel 18

Ein Psalm vorzusingen, Davids, des HErrn Knechts, welcher hat dem HErrn die Worte dieses Liedes geredet zur Zeit, da ihn der HErr errettet hatte von der Hand seiner Feinde und von der Hand Sauls, und sprach:
18:1
Herzlich lieb habe ich dich, HErr, meine Stärke,
18:2
HErr, mein Fels, meine Burg, mein Erretter, mein GOtt, mein Hort, auf den ich traue, mein Schild und Horn meines Heils, und mein Schutz!
18:3
Ich will den HErrn loben und anrufen, so werde ich von meinen Feinden erlöset.
18:4
Denn es umfingen mich des Todes Bande, und die Bäche Belials erschreckten mich;
18:5
der Höllen Bande umfingen mich, und des Todes Stricke überwältigten mich.
18:6
Wenn mir angst ist, so rufe ich den HErrn an und schreie zu meinem GOtt, so erhöret er meine Stimme von seinem Tempel, und mein Geschrei kommt vor ihn zu seinen Ohren.
18:7
Die Erde bebete und ward bewegt, und die Grundfesten der Berge regeten sich und bebeten, da er zornig war.
18:8
Dampf ging auf von seiner Nase und verzehrend Feuer von seinem Munde, daß es davon blitzete.
18:9
Er neigete den Himmel und fuhr herab, und Dunkel war unter seinen Füßen.
18:10
Und er fuhr auf dem Cherub und flog daher; er schwebete auf den Fittichen des Windes.
18:11
Sein Gezelt um ihn her war finster und schwarze dicke Wolken, darin er verborgen war.
18:12
Vom Glanz vor ihm trenneten sich die Wolken mit Hagel und Blitzen.
18:13
Und der HErr donnerte im Himmel, und der Höchste ließ seinen Donner aus mit Hagel und Blitzen.
18:14
Er schoß seine Strahlen und zerstreuete sie; er ließ sehr blitzen und schreckte sie.
18:15
Da sah man Wassergüsse, und des Erdbodens Grund ward aufgedeckt, HErr, von deinem Schelten, von dem Odem und Schnauben deiner Nase.
18:16
Er schickte aus von der Höhe und holete mich und zog mich aus großen Wassern.
18:17
Er errettete mich von meinen starken Feinden, von meinen Hassern, die mir zu mächtig waren,
18:18
Die mich überwältigten zur Zeit meines Unfalls; und der HErr ward meine Zuversicht.
18:19
Und er führete mich aus in den Raum, er riß mich heraus; denn er hatte Lust zu mir.
18:20
Der HErr tut wohl an mir nach meiner Gerechtigkeit; er vergilt mir nach der Reinigkeit meiner Hände.
18:21
Denn ich halte die Wege des HErrn und bin nicht gottlos wider meinen GOtt.
18:22
Denn alle seine Rechte hab ich vor Augen und seine Gebote werfe ich nicht von mir,
18:23
sondern ich bin ohne Wandel vor ihm und hüte mich vor Sünden.
18:24
Darum vergilt mir der HErr nach meiner Gerechtigkeit, nach der Reinigkeit meiner Hände vor seinen Augen.
18:25
Beiden Heiligen bist du heilig und bei den Frommen bist du fromm
18:26
und bei den Reinen bist du rein und bei den Verkehrten bist du verkehrt.
18:27
Denn du hilfst dem elenden Volk und die hohen Augen niedrigest du.
18:28
Denn du erleuchtest meine Leuchte; der HErr, mein GOtt, macht meine Finsternis licht.
18:29
Denn mit dir kann ich Kriegsvolk zerschmeißen und mit meinem GOtt über die Mauern springen.
18:30
GOttes Wege sind ohne Wandel; die Reden des HErrn sind durchläutert. Er ist ein Schild allen, die ihm vertrauen.
18:31
Denn wo ist ein GOtt ohne dem HErrn? oder ein Hort ohne unsern GOtt?
18:32
GOtt rüstet mich mit Kraft und macht meine Wege ohne Wandel.
18:33
Er macht meine Füße gleich den Hirschen und stellet mich auf meine Höhe.
18:34
Er lehret meine Hand streiten und lehret meinen Arm einen ehernen Bogen spannen.
18:35
Und gibst mir den Schild deines Heils, und deine Rechte stärket mich; und wenn du mich demütigest, machst du mich groß.
18:36
Du machst unter mir Raum zu gehen, daß meine Knöchel nicht gleiten.
18:37
Ich will meinen Feinden nachjagen und sie ergreifen und nicht umkehren, bis ich sie umgebracht habe.
18:38
Ich will sie zerschmeißen, und sollen mir nicht widerstehen; sie müssen unter meine Füße fallen.
18:39
Du kannst mich rüsten mit Stärke zum Streit; du kannst unter mich werfen, die sich wider mich setzen:
18:40
Du gibst mir meine Feinde in die Flucht, daß ich meine Hasser verstöre.
18:41
Sie rufen, aber da ist kein Helfer; zum HErrn, aber er antwortet ihnen nicht.
18:42
Ich will sie zerstoßen wie Staub vor dem Winde; ich will sie wegräumen wie den Kot auf der Gasse.
18:43
Du hilfst mir von dem zänkischen Volk und machst mich ein Haupt unter den Heiden; ein Volk, das ich nicht kannte, dienet mir.
18:44
Es gehorchet mir mit gehorsamen Ohren; ja, den fremden Kindern hat's wider mich gefehlet.
18:45
Die fremden Kinder verschmachten und zappeln in ihren Banden:
18:46
Der HErr lebet, und gelobet sei mein Hort; und der GOtt meines Heils müsse erhaben werden,
18:47
der GOtt, der mir Rache gibt und zwinget die Völker unter mich,
18:48
der mich errettet von meinen Feinden und erhöhet mich aus denen, die sich wider mich setzen. Du hilfst mir von den Frevlern.
18:49
Darum will ich dir danken, HErr, unter den Heiden und deinem Namen lobsingen,
18:50
der seinem Könige groß Heil beweiset und wohltut seinem Gesalbten, David, und seinem Samen ewiglich.

Kapitel 19

Ein Psalm Davids, vorzusingen.
19:1
Die Himmel erzählen die Ehre GOttes, und die Feste verkündiget seiner Hände Werk.
19:2
Ein Tag sagt's dem andern, und eine Nacht tut's kund der andern.
19:3
Es ist keine Sprache noch Rede, da man nicht ihre Stimme höre.
19:4
Ihre Schnur gehet aus in alle Lande und ihre Rede an der Welt Ende; er hat der Sonne eine Hütte in denselben gemacht.
19:5
Und dieselbe gehet heraus, wie ein Bräutigam aus seiner Kammer, und freuet sich wie ein Held, zu laufen den Weg.
19:6
Sie gehet auf an einem Ende des Himmels und läuft um bis wieder an dasselbe Ende; und bleibt nichts vor ihrer Hitze verborgen.
19:7
Das Gesetz des HErrn ist ohne Wandel und erquicket die Seele. Das Zeugnis des HErrn ist gewiß und macht die Albernen weise.
19:8
Die Befehle des HErrn sind richtig und erfreuen das Herz. Die Gebote des HErrn sind lauter und erleuchten die Augen.
19:9
Die Furcht des HErrn ist rein und bleibt ewiglich. Die Rechte des HErrn sind wahrhaftig, allesamt gerecht.
19:10
Sie sind köstlicher denn Gold und viel feines Gold; sie sind süßer denn Honig und Honigseim.
19:11
Auch wird dein Knecht durch sie erinnert; und wer sie hält, der hat großen Lohn.
19:12
Wer kann merken, wie oft er fehlet? Verzeihe mir die verborgenen Fehle!
19:13
Bewahre auch deinen Knecht vor den Stolzen, daß sie nicht über mich herrschen; so werde ich ohne Wandel sein und unschuldig bleiben großer Missetat.
19:14
Laß dir wohlgefallen die Rede meines Mundes und das Gespräch meines Herzens vor dir, HErr, mein Hort und mein Erlöser!

Kapitel 20

Ein Psalm Davids, vorzusingen.
20:1
Der HErr erhöre dich in der Not; der Name des GOttes Jakobs schütze dich!
20:2
Er sende dir Hilfe vom Heiligtum und stärke dich aus Zion!
20:3
Er gedenke all deines Speisopfers, und dein Brandopfer müsse fett sein. Sela.
20:4
Er gebe dir, was dein Herz begehret, und erfülle alle deine Anschläge!
20:5
Wir rühmen, daß du uns hilfst; und im Namen unsers GOttes werfen wir Panier auf. Der HErr gewähre dir alle deine Bitte!
20:6
Nun merke ich, daß der HErr seinem Gesalbten hilft und erhöret ihn in seinem heiligen Himmel; seine rechte Hand hilft gewaltiglich.
20:7
Jene verlassen sich auf Wagen und Rosse; wir aber denken an den Namen des HErrn, unsers GOttes.
20:8
Sie sind niedergestürzt und gefallen; wir aber stehen aufgerichtet.
20:9
Hilf, HErr! Der König erhöre uns, wenn wir rufen!

Kapitel 21

Ein Psalm Davids, vorzusingen.
21:1
HErr, der König freuet sich in deiner Kraft, und wie sehr fröhlich ist er über deine Hilfe!
21:2
Du gibst ihm seines Herzens Wunsch und weigerst nicht, was sein Mund bittet. Sela.
21:3
Denn du überschüttest ihn mit gutem Segen; du setzest eine güldene Krone auf sein Haupt.
21:4
Er bittet dich ums Leben, so gibst du ihm langes Leben immer und ewiglich.
21:5
Er hat große Ehre an deiner Hilfe; du legest Lob und Schmuck auf ihn.
21:6
Denn du setzest ihn zum Segen ewiglich, du erfreuest ihn mit Freuden deines Antlitzes.
21:7
Denn der König hoffet auf den HErrn und wird durch die Güte des Höchsten festbleiben.
21:8
Deine Hand wird finden alle deine Feinde; deine Rechte wird finden, die dich hassen.
21:9
Du wirst sie machen wie einen Feuerofen, wenn du dreinsehen wirst; der HErr wird sie verschlingen in seinem Zorn; Feuer wird sie fressen.
21:10
Ihre Frucht wirst du umbringen vom Erdboden und ihren Samen von den Menschenkindern.
21:11
Denn sie gedachten dir Übels zu tun, und machten Anschläge, die sie; nicht konnten ausführen.
21:12
Denn du wirst sie zur Schulter machen; mit deiner Sehne wirst du gegen ihr Antlitz zielen.
21:13
HErr, erhebe dich in deiner Kraft, so wollen wir singen und loben deine Macht.

Kapitel 22

Ein Psalm Davids, vorzusingen, von der Hindin, die frühe gejagt wird.
22:1
Mein GOtt, mein GOtt, warum hast du mich verlassen? Ich heule, aber meine Hilfe ist ferne.
22:2
Mein GOtt, des Tages rufe ich, so antwortest du nicht; und des Nachts schweige ich auch nicht.
22:3
Aber du bist heilig, der du wohnest unter dem Lob Israels.
22:4
Unsere Väter hofften auf dich, und da sie hofften, halfest du ihnen aus.
22:5
Zu dir schrieen sie und wurden errettet; sie hofften auf dich und nicht zuschanden.
22:6
Ich aber bin ein Wurm und kein Mensch, ein Spott der Leute und Verachtung des Volks.
22:7
Alle, die mich sehen, spotten mein, sperren das Maul auf und schütteln den Kopf
22:8
Er klage es dem HErrn, der helfe ihm aus und errette ihn, hat er Lust zu ihm!
22:9
Denn du hast mich aus meiner Mutter Leibe gezogen; du warest meine Zuversicht, da ich, noch an meiner Mutter Brüsten war.
22:10
Auf dich bin ich geworfen aus Mutterleibe; du bist mein GOtt von meiner Mutter Leib an.
22:11
Sei nicht ferne von mir, denn Angst ist nahe; denn es ist hie kein Helfer.
22:12
Große Farren haben mich umgeben, fette Ochsen haben mich umringet;
22:13
ihren Rachen sperren sie auf wider mich wie ein brüllender und reißender Löwe.
22:14
Ich bin ausgeschüttet wie Wasser; alle meine Gebeine haben sich zertrennet; mein Herz ist in meinem Leibe wie zerschmolzen Wachs.
22:15
Meine Kräfte sind vertrocknet wie ein Scherben, und meine Zunge klebet an meinem Gaumen; und du legest mich in des Todes Staub.
22:16
Denn Hunde haben mich umgeben, und der Bösen Rotte hat sich um mich gemacht; sie haben meine Hände und Füße durchgraben.
22:17
Ich möchte alle meine Beine zählen. Sie aber schauen und sehen ihre Lust an mir.
22:18
Sie teilen meine Kleider unter sich und werfen das Los um mein Gewand.
22:19
Aber du, HErr, sei nicht ferne; meine Stärke, eile, mir zu helfen!
22:20
Errette meine Seele vom Schwert, meine Einsame von den Hunden!
22:21
Hilf mir aus dem Rachen des Löwen und errette mich von den Einhörnern.
22:22
Ich will deinen Namen predigen meinen Brüdern, ich will dich in der Gemeine rühmen.
22:23
Rühmet den HErrn, die ihr ihn fürchtet; es ehre ihn aller Same Jakobs, und vor ihm scheue sich aller Same Israels!
22:24
Denn er hat nicht verachtet noch verschmähet das Elend des Armen und sein Antlitz vor ihm nicht verborgen, und da er zu ihm schrie hörete er's.
22:25
Dich will ich preisen in der großen Gemeine; ich will meine Gelübde bezahlen vor denen, die ihn fürchten.
22:26
Die Elenden sollen essen, daß sie satt werden, und die nach dem HErrn fragen, werden ihn preisen; euer Herz soll ewiglich leben.
22:27
Es werde gedacht aller Welt Ende, daß sie sich zum HErrn bekehren, und vor ihm anbeten alle Geschlechter der Heiden.
22:28
Denn der HErr hat ein Reich, und er herrschet unter den Heiden.
22:29
Alle Fetten auf Erden werden essen und anbeten; vor ihm werden Kniee beugen alle, die im Staube liegen, und die, so kümmerlich leben.
22:30
Er wird einen Samen haben, der ihm dienet; vom HErrn wird man verkündigen zu Kindeskind.
22:31
Sie werden kommen und seine Gerechtigkeit predigen dem Volk, das geboren wird, daß er's tut.

Kapitel 23

Ein Psalm Davids.
23:1
Der HErr ist mein Hirte; mir wird nichts mangeln.
23:2
Er weidet mich auf einer grünen Aue und führet mich zum frischen Wasser.
23:3
Er erquicket meine Seele; er führet mich auf rechter Straße um seines Namens willen.
23:4
Und ob ich schon wanderte im finstern Tal, fürchte ich kein Unglück; denn du bist bei mir, dein Stecken und Stab trösten mich.
23:5
Du bereitest vor mir einen Tisch gegen meine Feinde. Du salbest mein Haupt mit Öl und schenkest mir voll ein.
23:6
Gutes und Barmherzigkeit werden mir folgen mein Leben lang, und ich werde bleiben im Hause des HErrn immerdar.

Kapitel 24

Ein Psalm Davids.
24:1
Die Erde ist des HErrn, und was drinnen ist, der Erdboden, und was drauf wohnet.
24:2
Denn er hat ihn an die Meere gegründet und an den Wassern bereitet.
24:3
Wer wird auf des HErrn Berg gehen? und wer wird stehen an seiner heiligen Stätte?
24:4
Der unschuldige Hände hat und reines Herzens ist; der nicht Lust hat zu loser Lehre und schwöret nicht fälschlich.
24:5
Der wird den Segen vom HErrn empfahen und Gerechtigkeit von dem GOtt seines Heils.
24:6
Das ist das Geschlecht, das nach ihm fraget, das da suchet dein Antlitz, Jakob. Sela.
24:7
Machet die Tore weit und die Türen in der Welt hoch, daß der König der Ehren einziehe!
24:8
Wer ist derselbe König der Ehren? Es ist der HErr, stark und mächtig, der HErr, mächtig im Streit.
24:9
Machet die Tore weit und die Türen in der Welt hoch, daß der König der Ehren einziehe!
24:10
Wer ist derselbe König der Ehren? Es ist der HErr Zebaoth, er ist der König der Ehren. Sela.

Kapitel 25

Ein Psalm Davids.
25:1
Nach dir, HErr, verlanget mich.
25:2
Mein GOtt, ich hoffe auf dich. Laß mich nicht zuschanden werden, daß sich meine Feinde nicht freuen über mich!
25:3
Denn keiner wird zuschanden, der dein harret; aber zuschanden müssen sie werden, die losen Verächter.
25:4
HErr, zeige mir deine Wege und lehre mich deine Steige!
25:5
Leite mich in deiner Wahrheit und lehre mich; denn du bist der GOtt, der mir hilft; täglich harre ich dein.
25:6
Gedenke, HErr, an deine Barmherzigkeit und an deine Güte, die von der Welt her gewesen ist.
25:7
Gedenke nicht der Sünden meiner Jugend und meiner Übertretung; gedenke aber mein nach deiner Barmherzigkeit um deiner Güte willen!
25:8
Der HErr ist gut und fromm, darum unterweiset er die Sünder auf dem Wege.
25:9
Er leitet die Elenden recht und lehret die Elenden seinen Weg.
25:10
Die Wege des HErrn sind eitel Güte und Wahrheit denen, die seinen Bund und Zeugnis halten.
25:11
Um deines Namens willen, HErr, sei gnädig meiner Missetat, die da groß ist!
25:12
Wer ist der, der den HErrn fürchtet? Er wird ihn unterweisen den besten Weg.
25:13
Seine Seele wird im Guten wohnen, und sein Same wird das Land besitzen.
25:14
Das Geheimnis des HErrn ist unter denen, die ihn fürchten, und seinen Bund läßt er sie wissen.
25:15
Meine Augen sehen stets zu dem HErrn denn er wird meinen Fuß aus dem Netze ziehen.
25:16
Wende dich zu mir und sei mir gnädig; denn ich bin einsam und elend.
25:17
Die Angst meines Herzens ist groß; führe mich aus meinen Nöten!
25:18
Siehe an meinen Jammer und Elend und vergib mir alle meine Sünde!
25:19
Siehe, daß meiner Feinde so viel ist und hassen mich aus Frevel.
25:20
Bewahre meine Seele und errette mich; laß mich nicht zuschanden werden, denn ich traue auf dich.
25:21
Schlecht und recht, das behüte mich; denn ich harre dein.
25:22
GOtt, erlöse Israel aus aller, seiner Not!

Kapitel 26

Ein Psalm Davids.
26:1
HErr, schaffe mir Recht, denn ich bin unschuldig. Ich hoffe auf den HErrn, darum werde ich nicht fallen.
26:2
Prüfe mich, HErr, und versuche mich; läutere meine Nieren und mein Herz!
26:3
Denn deine Güte ist vor meinen Augen, und ich wandele in deiner Wahrheit.
26:4
Ich sitze nicht bei den eiteln Leuten und habe nicht Gemeinschaft mit den Falschen.
26:5
Ich hasse die Versammlung der Boshaftigen und sitze nicht bei den Gottlosen.
26:6
Ich wasche meine Hände mit Unschuld und halte mich, HErr, zu deinem Altar,
26:7
da man höret die Stimme des Dankens und da man prediget alle deine Wunder.
26:8
HErr, ich habe lieb die Stätte deines Hauses und den Ort, da deine Ehre wohnet.
26:9
Raffe meine Seele nicht hin mit den Sündern, noch mein Leben mit den Blutdürstigen,
26:10
welche mit bösen Tücken umgehen und nehmen gerne Geschenke.
26:11
Ich aber wandele unschuldig. Erlöse mich und sei mir gnädig!
26:12
Mein Fuß gehet richtig. Ich will dich loben, HErr, in den Versammlungen.

Kapitel 27

Ein Psalm Davids.
27:1
Der HErr ist mein Licht und mein Heil; vor wem sollt ich mich fürchten? Der HErr ist meines Lebens Kraft; vor wem sollte mir grauen?
27:2
Darum, so die Bösen, meine Widersacher und Feinde, an mich wollen, mein Fleisch zu fressen, müssen sie anlaufen und fallen.
27:3
Wenn sich schon ein Heer wider mich legt, so fürchtet sich dennoch mein Herz nicht; Wenn sich Krieg wider mich erhebt, so verlasse ich mich auf ihn.
27:4
Eins bitte ich vom HErrn, das hätte ich gerne, daß ich im Hause des HErrn bleiben möge mein Leben lang, zu schauen die schönen GOttesdienste des HErrn und seinen Tempel zu besuchen.
27:5
Denn er deckt mich in seiner Hütte zur bösen Zeit, er verbirget mich heimlich in seinem Gezelt und erhöhet mich auf einem Felsen;
27:6
und wird nun erhöhen mein Haupt über meine Feinde, die um mich sind; so will ich in seiner Hütte Lob opfern, ich will singen und lobsagen dem HErrn.
27:7
HErr, höre meine Stimme, wenn ich rufe; sei mir gnädig und erhöre mich!
27:8
Mein Herz hält dir vor dein Wort: Ihr sollt mein Antlitz suchen. Darum suche ich auch, HErr, dein Antlitz.
27:9
Verbirg dein Antlitz nicht vor mir und verstoße nicht im Zorn deinen Knecht; denn du bist meine Hilfe. Laß mich nicht und tu nicht von mir die Hand ab, GOtt, mein Heil!
27:10
Denn mein Vater und meine Mutter verlassen mich; aber der HErr nimmt mich auf.
27:11
HErr weise mir deinen Weg und leite mich auf richtiger Bahn um meiner Feinde willen.
27:12
Gib mich nicht in den Willen meiner Feinde; denn es stehen falsche Zeugen wider mich und tun mir unrecht ohne Scheu.
27:13
Ich glaube aber doch, daß ich sehen werde das Gute des HErrn im Lande der Lebendigen.
27:14
Harre des HErrn! Sei getrost und unverzagt und harre des HErrn!

Kapitel 28

Ein Psalm Davids.
28:1
Wenn ich rufe zur dir, HErr, mein Hort, so schweige mir nicht, auf daß nicht, wo du schweigest, ich gleich werde denen, die in die Hölle fahren.
28:2
Höre die Stimme meines Flehens, wenn ich zu dir schreie, wenn ich meine Hände aufhebe zu deinem heiligen Chor.
28:3
Zeuch mich nicht hin unter den Gottlosen und unter den Übeltätern, die freundlich reden mit ihrem Nächsten und haben Böses im Herzen.
28:4
Gib ihnen nach ihrer Tat und nach ihrem bösen Wesen; gib ihnen, nach den Werken ihrer Hände; vergilt ihnen, was sie verdienet haben!
28:5
Denn sie wollen nicht achten auf das Tun des HErrn noch auf die Werke seiner Hände; darum wird er sie zerbrechen und nicht bauen.
28:6
Gelobet sei der HErr; denn er hat erhöret die Stimme meines Flehens.
28:7
Der HErr ist meine Stärke und mein Schild; auf ihn hoffet mein Herz, und mir ist geholfen; und mein Herz ist fröhlich, und ich will ihm danken mit meinem Liede.
28:8
Der HErr ist ihre Stärke; er ist die Stärke, die seinem Gesalbten hilft.
28:9
Hilf deinem Volk und segne dein Erbe; und weide sie und erhöhe sie ewiglich!

Kapitel 29

Ein Psalm Davids.
29:1
Bringet her dem HErrn, ihr Gewaltigen bringet her dem HErrn Ehre und Stärke!
29:2
Bringet dem HErrn Ehre seines Namens; betet an den HErrn in heiligem Schmuck!
29:3
Die Stimme des HErrn gehet auf den Wassern; der GOtt der Ehren donnert, der HErr auf großen Wassern.
29:4
Die Stimme des HErrn gehet mit Macht; die Stimme des HErrn gehet herrlich.
29:5
Die Stimme des HErrn zerbricht die Zedern; der HErr zerbricht die Zedern im Libanon
29:6
und machet sie löcken wie ein Kalb, Libanon und Sirion wie ein junges Einhorn.
29:7
Die Stimme des HErrn häuet wie Feuerflammen.
29:8
Die Stimme des HErrn erreget die Wüste; die Stimme des HErrn erreget die Wüste Kades.
29:9
Die Stimme des HErrn erreget die Hindinnen und entblößet die Wälder. Und in seinem Tempel wird ihm jedermann Ehre sagen.
29:10
Der HErr sitzt, eine Sintflut anzurichten. Und der HErr bleibt ein König in Ewigkeit.
29:11
Der HErr wird seinem Volk Kraft geben; der HErr wird sein Volk segnen mit Frieden.

Kapitel 30

Ein Psalm, zu singen von der Einweihung des Hauses Davids.
30:1
Ich preise dich, HErr, denn du hast mich erhöhet und lässest meine Feinde sich nicht über mich freuen.
30:2
HErr, mein GOtt, da ich schrie zu dir, machtest du mich gesund.
30:3
HErr, du hast meine Seele aus der Hölle geführet; du hast mich lebendig behalten, da die in die Hölle fuhren.
30:4
Ihr Heiligen, lobsinget dem HErrn; danket und preiset seine Heiligkeit!
30:5
Denn sein Zorn währet einen Augenblick, und er hat Lust zum Leben; den Abend lang währet das Weinen, aber des Morgens die Freude.
30:6
Ich aber sprach, da mir's wohl ging: Ich werde nimmermehr daniederliegen.
30:7
Denn, HErr, durch dein Wohlgefallen hast du meinen Berg stark gemacht. Aber da du dein Antlitz verbargest, erschrak ich.
30:8
Ich will, HErr, rufen zu dir; dem HErrn will ich flehen.
30:9
Was ist nütze an meinem Blut, wenn ich tot bin? Wird dir auch der Staub danken und deine Treue verkündigen?
30:10
HErr, höre und sei mir gnädig; HErr, sei mein Helfer!
30:11
Du hast mir meine Klage verwandelt in einen Reigen; du hast meinen Sack ausgezogen und mich mit Freuden gegürtet,
30:12
auf daß dir lobsinge meine Ehre und nicht stille werde. HErr, mein GOtt, ich will dir danken in Ewigkeit.

Kapitel 31

Ein Psalm Davids, vorzusingen.
31:1
HErr, auf dich traue ich. Laß mich nimmermehr zuschanden werden; errette mich durch deine Gerechtigkeit!
31:2
Neige deine Ohren zu mir, eilend hilf mir! Sei mir ein starker Fels und eine Burg, daß du mir helfest.
31:3
Denn du bist mein Fels und meine Burg, und um deines Namens willen wollest du mich leiten und führen.
31:4
Du wollest mich aus dem Netze ziehen, das sie mir gestellet haben; denn du bist meine Stärke.
31:5
In deine Hände befehle ich meinen Geist; du hast mich erlöset, HErr, du treuer GOtt.
31:6
Ich hasse, die da halten auf lose Lehre; ich hoffe aber auf den HErrn.
31:7
Ich freue mich und bin fröhlich über deiner Güte, daß du mein Elend ansiehest und erkennest meine Seele in der Not
31:8
und übergibst mich nicht in die Hände des Feindes; du stellest meine Füße auf weiten Raum.
31:9
HErr, sei mir gnädig, denn mir ist angst; meine Gestalt ist verfallen vor Trauern, dazu meine Seele und mein Bauch.
31:10
Denn mein Leben hat abgenommen vor Trübnis und meine Zeit vor Seufzen; meine Kraft ist verfallen vor meiner Missetat, und meine Gebeine sind verschmachtet.
31:11
Es gehet mir so übel, daß ich bin eine große Schmach worden meinen Nachbarn und eine Scheu meinen Verwandten; die mich sehen auf der Gasse, fliehen vor mir.
31:12
Mein ist vergessen im Herzen wie eines Toten; ich bin worden wie ein zerbrochen Gefäß.
31:13
Denn viele schelten mich übel, daß jedermann sich vor mir scheuet; sie ratschlagen miteinander über mich und denken mir das Leben zu nehmen.
31:14
Ich aber, HErr, hoffe auf dich und spreche: Du bist mein GOtt.
31:15
Meine Zeit stehet in deinen Händen. Errette mich von der Hand meiner Feinde und von denen, die mich verfolgen.
31:16
Laß leuchten dein Antlitz über deinen Knecht; hilf mir durch deine Güte!
31:17
HErr, laß mich nicht zuschanden werden; denn ich rufe dich an. Die Gottlosen müssen zuschanden und geschweiget werden in der Hölle.
31:18
Verstummen müssen falsche Mäuler, die da reden wider den Gerechten, steif, stolz und höhnisch.
31:19
Wie groß ist deine Güte, die du verborgen hast denen, die dich fürchten, und erzeigest denen, die vor den Leuten auf dich trauen.
31:20
Du verbirgest sie heimlich bei dir vor jedermanns Trotz; du verdeckest sie in der Hütte vor den zänkischen Zungen.
31:21
Gelobet sei der HErr, daß er hat eine wunderliche Güte mir bewiesen in einer festen Stadt!
31:22
Denn ich sprach in meinem Zagen: Ich bin von deinen Augen verstoßen; dennoch höretest du meines Flehens Stimme, da ich zu dir schrie.
31:23
Liebet den HErrn, alle seine Heiligen! Die Gläubigen behütet der HErr und vergilt reichlich dem, der Hochmut übet.
31:24
Seid getrost und unverzagt, alle, die ihr des HErrn harret!

Kapitel 32

Eine Unterweisung Davids.
32:1
Wohl dem, dem die Übertretungen vergeben sind, dem die Sünde bedecket ist!
32:2
Wohl dem Menschen, dem der HErr die Missetat nicht zurechnet, in des Geist kein Falsch ist!
32:3
Denn da ich's wollte verschweigen, verschmachteten meine Gebeine durch mein täglich Heulen.
32:4
Denn deine Hand war Tag und Nacht schwer auf mir, daß mein Saft vertrocknete, wie es im Sommer dürre wird. Sela.
32:5
Darum bekenne ich dir meine Sünde und verhehle meine Missetat nicht. Ich sprach: Ich will dem HErrn meine Übertretung bekennen. Da vergabest du mir die Missetat meiner Sünde. Sela.
32:6
Dafür werden dich alle Heiligen bitten zur rechten Zeit; darum, wenn große Wasserfluten kommen, werden sie nicht an dieselbigen gelangen.
32:7
Du bist mein Schirm; du wollest mich vor Angst behüten, daß ich errettet, ganz fröhlich rühmen könnte. Sela.
32:8
Ich will dich unterweisen und dir den Weg zeigen, den du wandeln sollst; ich will dich mit meinen Augen leiten.
32:9
Seid nicht wie Rosse und Mäuler, die nicht verständig sind, welchen man Zaum und Gebiß muß ins Maul legen, wenn sie nicht zu dir wollen.
32:10
Der Gottlose hat viel Plage; wer aber auf den HErrn hoffet, den wird die Güte umfahen.
32:11
Freuet euch des HErrn und seid fröhlich, ihr Gerechten, und rühmet, alle ihr Frommen!

Kapitel 33

33:1
Freuet euch des HErrn, ihr Gerechten! Die Frommen sollen ihn schön preisen.
33:2
Danket dem HErrn mit Harfen und lobsinget ihm auf dem Psalter von zehn Saiten!
33:3
Singet ihm ein neues Lied; machet es gut auf Saitenspielen mit Schalle!
33:4
Denn des HErrn Wort ist wahrhaftig, und was er zusagt, das hält er gewiß.
33:5
Er liebet Gerechtigkeit und Gericht. Die Erde ist voll der Güte des HErrn.
33:6
Der Himmel ist durchs Wort des HErrn gemacht und all sein Heer durch den Geist seines Mundes.
33:7
Er hält das Wasser im Meer zusammen wie in einem Schlauch und legt die Tiefe ins Verborgene.
33:8
Alle Welt fürchte den HErrn, und vor ihm scheue sich alles, was auf dem Erdboden wohnet!
33:9
Denn er spricht, so geschieht's; so er gebeut, so stehet's da.
33:10
Der HErr macht zunichte der Heiden Rat und wendet die Gedanken der Völker.
33:11
Aber der Rat des HErrn bleibet ewiglich, seines Herzens Gedanken für und für.
33:12
Wohl dem Volk, des der HErr ein GOtt ist, das Volk, das er zum Erbe erwählet hat!
33:13
Der HErr schauet vom Himmel und siehet aller Menschen Kinder.
33:14
Von seinem festen Thron siehet er auf alle, die auf Erden wohnen.
33:15
Er lenket ihnen allen das Herz, er merket auf alle ihre Werke.
33:16
Einem Könige hilft nicht seine große Macht; ein Riese wird nicht errettet durch seine große Kraft;
33:17
Rosse helfen auch nicht, und ihre große Stärke errettet nicht.
33:18
Siehe, des HErm Auge siehet auf die, so ihn fürchten, die auf seine Güte hoffen,
33:19
daß er ihre Seele errette vom Tode und ernähre sie in der Teurung.
33:20
Unsere Seele harret auf den HErrn; er ist unsere Hilfe und Schild.
33:21
Denn unser Herz freuet sich sein, und wir trauen auf seinen heiligen Namen.
33:22
Deine Güte, HErr, sei über uns, wie wir auf dich hoffen.

Kapitel 34

Ein Psalm Davids, da er seine Gebärde verstellete vor Abimelech, der ihn von sich trieb, und er wegging.
34:1
Ich will den HErrn loben allezeit; sein Lob soll immerdar in meinem Munde sein.
34:2
Meine Seele soll sich rühmen des HErrn, daß die Elenden hören und sich freuen.
34:3
Preiset mit mir den HErrn und laßt uns miteinander seinen Namen erhöhen!
34:4
Da ich den HErrn suchte, antwortete er mir und errettete mich aus aller meiner Furcht.
34:5
Welche ihn ansehen und anlaufen, deren Angesicht wird nicht zuschanden.
34:6
Da dieser Elende rief, hörete der HErr und half ihm aus allen seinen Nöten.
34:7
Der Engel des HErrn lagert sich um die her, so ihn fürchten, und hilft ihnen aus.
34:8
Schmecket und sehet, wie freundlich der HErr ist! Wohl dem, der auf ihn trauet!
34:9
Fürchtet den HErrn, ihr seine Heiligen; denn die ihn fürchten, haben keinen Mangel.
34:10
Die Reichen müssen darben und hungern; aber die den HErrn suchen, haben keinen Mangel an irgendeinem Gut.
34:11
Kommt her, Kinder, höret mir zu! Ich will euch die Furcht des HErrn lehren.
34:12
Wer ist, der gut Leben begehrt und gerne gute Tage hätte?
34:13
Behüte deine Zunge vor Bösem und deine Lippen, daß sie nicht falsch reden.
34:14
Laß vom Bösen und tue Gutes, suche Frieden und jage ihm nach.
34:15
Die Augen des HErrn sehen auf die Gerechten und seine Ohren auf ihr Schreien.
34:16
Das Antlitz aber des HErrn stehet über die, so Böses tun, daß er ihr Gedächtnis ausrotte von der Erde.
34:17
Wenn die (Gerechten) schreien, so höret der HErr und errettet sie aus all ihrer Not.
34:18
Der HErr ist nahe bei denen, die zerbrochenes Herzens sind, und hilft denen, die zerschlagen Gemüt haben.
34:19
Der Gerechte muß viel leiden; aber der HErr hilft ihm aus dem allem.
34:20
Er bewahret ihm alle seine Gebeine, daß deren nicht eins zerbrochen wird.
34:21
Den Gottlosen wird das Unglück töten, und die den Gerechten hassen, werden Schuld haben.
34:22
Der HErr erlöset die Seele seiner Knechte, und alle, die auf ihn trauen, werden keine Schuld haben.

Kapitel 35

Ein Psalm Davids.
35:1
HErr, hadere mit meinen Haderern; streite wider meine Bestreiter!
35:2
Ergreife den Schild und Waffen und mache dich auf, mir zu helfen!
35:3
Zücke den Spieß und schütze mich wider meine Verfolger! Sprich zu meiner Seele: Ich bin deine Hilfe.
35:4
Es müssen sich schämen und gehöhnet werden, die nach meiner Seele stehen; es müssen zurückkehren und zuschanden werden, die mir übelwollen.
35:5
Sie müssen werden wie Spreu vor dem Winde, und der Engel des HErrn stoße sie weg.
35:6
Ihr Weg müsse finster und schlüpfrig werden, und der Engel des HErrn verfolge sie.
35:7
Denn sie haben mir ohne Ursache gestellet ihre Netze, zu verderben, und haben ohne Ursache meiner Seele Gruben zugerichtet.
35:8
Er müsse unversehens überfallen werden, und sein Netz, das er gestellet hat, müsse ihn fahen und müsse drinnen überfallen werden.
35:9
Aber meine Seele müsse sich freuen des HErrn und fröhlich sein auf seine Hilfe.
35:10
Alle meine Gebeine müssen sagen: HErr, wer ist deinesgleichen? Der du den Elenden errettest von dem, der ihm zu stark ist, und den Elenden und Armen von seinen Räubern.
35:11
Es treten frevele Zeugen auf, die zeihen mich, des ich nicht schuldig bin.
35:12
Sie tun mir Arges um Gutes, mich in Herzeleid zu bringen.
35:13
Ich aber, wenn sie krank waren, zog einen Sack an, tat mir wehe mit Fasten und betete von Herzen stets.
35:14
Ich hielt mich, als wäre es mein Freund und Bruder; ich ging traurig wie einer, der Leid trägt über seine Mutter.
35:15
Sie aber freuen sich über meinen Schaden und rotten sich; es rotten sich die Hinkenden wider mich ohne meine Schuld; sie reißen und hören nicht auf.
35:16
Mit denen, die da heucheln und spotten um des Bauchs willen, beißen sie ihre Zähne zusammen über mich.
35:17
HErr, wie lange willst du zusehen? Errette doch meine Seele aus ihrem Getümmel und meine Einsame von den jungen Löwen.
35:18
Ich will dir danken in der großen Gemeine und unter viel Volks will ich dich rühmen.
35:19
Laß sich nicht über mich freuen, die mir unbillig feind sind, noch mit den Augen spotten, die mich ohne Ursache hassen.
35:20
Denn sie trachten, Schaden zu tun und suchen falsche Sachen wider die Stillen im Lande;
35:21
und sperren ihr Maul weit auf wider mich und sprechen: Da, da! das sehen wir gerne.
35:22
HErr, du siehest es, schweige nicht; HErr, sei nicht ferne von mir!
35:23
Erwecke dich und wache auf zu meinem Recht und zu meiner Sache, mein GOtt und HErr!
35:24
HErr, mein GOtt, richte mich nach deiner Gerechtigkeit, daß sie sich über mich nicht freuen.
35:25
Laß sie nicht sagen in ihrem Herzen: Da, da! das wollten wir. Laß sie nicht sagen: Wir haben ihn verschlungen.
35:26
Sie müssen sich schämen und zu Schanden werden, alle, die sich meines Übels freuen; sie müssen mit Schande und Scham gekleidet werden, die sich wider mich rühmen.
35:27
Rühmen und freuen müssen sich, die mir gönnen, daß ich recht behalte, und immer sagen: Der HErr müsse hoch gelobet sein, der seinem Knechte wohl will!
35:28
Und meine Zunge soll reden von deiner Gerechtigkeit und dich täglich preisen.

Kapitel 36

Ein Psalm Davids, des HErrn Knechts, vorzusingen.
36:1
Es ist von Grund meines Herzens von der Gottlosen Wesen gesprochen, daß keine Gottesfurcht bei ihnen ist.
36:2
Sie schmücken sich untereinander selbst, daß sie ihre böse Sache fördern und andere verunglimpfen.
36:3
Alle ihre Lehre ist schädlich und erlogen; sie lassen sich auch nicht weisen, daß sie Gutes täten,
36:4
sondern sie trachten auf ihrem Lager nach Schaden und stehen fest auf dem bösen Wege und scheuen kein Arges.
36:5
HErr, deine Güte reicht, soweit der Himmel ist, und deine Wahrheit, soweit die Wolken gehen.
36:6
Deine Gerechtigkeit stehet wie die Berge GOttes und dein Recht wie große Tiefe. HErr, du hilfst Menschen und Vieh.
36:7
Wie teuer ist deine Güte, GOtt, daß Menschenkinder unter dem Schatten deiner Flügel trauen!
36:8
Sie werden trunken von den reichen Gütern deines Hauses, und du tränkest sie mit Wollust als mit einem Strom.
36:9
Denn bei dir ist die lebendige Quelle, und in deinem Licht sehen wir das Licht.
36:10
Breite deine Güte über die, die dich kennen, und deine Gerechtigkeit über die Frommen.
36:11
Laß mich nicht von den Stolzen untertreten werden, und die Hand der Gottlosen stürze mich nicht,
36:12
sondern laß sie, die Übeltäter, daselbst fallen, daß sie verstoßen werden und nicht bleiben mögen.

Kapitel 37

Ein Psalm Davids.
37:1
Erzürne dich nicht über die Bösen; sei nicht neidisch über die Übeltäter!
37:2
Denn wie das Gras werden sie bald abgehauen und wie das grüne Kraut werden sie verwelken.
37:3
Hoffe auf den HErrn und tue Gutes; bleibe im Lande und nähre dich redlich.
37:4
Habe deine Lust am HErrn; der wird dir geben, was dein Herz wünschet.
37:5
Befiehl dem HErrn deine Wege und hoffe auf ihn; er wird's wohl machen
37:6
und wird deine Gerechtigkeit hervor bringen wie das Licht und dein Recht wie den Mittag.
37:7
Sei stille dem HErrn und warte auf ihn! Erzürne dich nicht über den, dem sein Mutwille glücklich fortgehet.
37:8
Stehe ab vom Zorn und laß den Grimm; erzürne dich nicht, daß du auch übel tust.
37:9
Denn die Bösen werden ausgerottet; die aber des HErrn harren, werden das Land erben.
37:10
Es ist noch um ein kleines, so ist der Gottlose nimmer; und wenn du nach seiner Stätte sehen wirst, wird er weg sein.
37:11
Aber die Elenden werden das Land erben und Lust haben in großem Frieden.
37:12
Der Gottlose dräuet dem Gerechten und beißet seine Zähne zusammen über ihn.
37:13
Aber der HErr lachet sein; denn er siehet, daß sein Tag kommt.
37:14
Die Gottlosen ziehen das Schwert aus und spannen ihren Bogen, daß sie fällen den Elenden und Armen und schlachten die Frommen.
37:15
Aber ihr Schwert wird in ihr Herz gehen, und ihr Bogen wird zerbrechen.
37:16
Das Wenige, das ein Gerechter hat, ist besser denn das große Gut vieler Gottlosen.
37:17
Denn der Gottlosen Arm wird zerbrechen; aber der HErr erhält die Gerechten.
37:18
Der HErr kennet die Tage der Frommen, und ihr Gut wird ewiglich bleiben.
37:19
Sie werden nicht zuschanden in der bösen Zeit, und in der Teurung werden sie genug haben.
37:20
Denn die Gottlosen werden umkommen, und die Feinde des HErrn, wenn sie gleich sind wie eine köstliche Aue, werden sie doch vergehen, wie der Rauch vergehet.
37:21
Der Gottlose borget und bezahlet nicht; der Gerechte aber ist barmherzig und milde.
37:22
Denn seine Gesegneten erben das Land; aber seine Verfluchten werden ausgerottet.
37:23
Von dem HErrn wird solches Mannes Gang gefördert und hat Lust an seinem Wege.
37:24
Fällt er, so wird er nicht weggeworfen; denn der HErr erhält ihn bei der Hand.
37:25
Ich bin jung gewesen und alt worden und habe noch nie gesehen den Gerechten verlassen oder seinen Samen nach Brot gehen.
37:26
Er ist allezeit barmherzig und leihet gerne; und sein Same wird gesegnet sein.
37:27
Laß vom Bösen und tue Gutes, und bleibe immerdar.
37:28
Denn der HErr hat das Recht lieb und verläßt seine Heiligen nicht; ewiglich werden sie bewahret; aber der Gottlosen Same wird ausgerottet.
37:29
Die Gerechten erben das Land und bleiben ewiglich drinnen.
37:30
Der Mund des Gerechten redet die Weisheit, und seine Zunge lehret das Recht.
37:31
Das Gesetz seines GOttes ist, in seinem Herzen, seine Tritte gleiten nicht.
37:32
Der Gottlose lauert auf den Gerechten und gedenkt ihn zu töten.
37:33
Aber der HErr läßt ihn nicht in seinen Händen und verdammt ihn nicht, wenn er verurteilt wird.
37:34
Harre auf den HErrn und halte seiner Weg, so wird er dich erhöhen, daß du das Land erbest; du wirst's sehen, daß die Gottlosen ausgerottet werden.
37:35
Ich habe gesehen einen Gottlosen, der war trotzig und breitete sich aus und grünete wie ein Lorbeerbaum.
37:36
Da man vorüberging, siehe, da war er dahin; ich fragte nach ihm, da ward er nirgend funden.
37:37
Bleibe fromm und halte dich recht, denn solchem wird's zuletzt wohlgehen.
37:38
Die Übertreter aber werden vertilget miteinander, und die Gottlosen werden zuletzt ausgerottet.
37:39
Aber der HErr hilft den Gerechten; der ist ihre Stärke in der Not.
37:40
Und der HErr wird ihnen beistehen und wird sie erretten; er wird sie von den Gottlosen erretten und ihnen helfen; denn sie trauen auf ihn.

Kapitel 38

Ein Psalm Davids zum Gedächtnis.
38:1
HErr, strafe mich nicht in deinem Zorn und züchtige mich nicht in deinem Grimm!
38:2
Denn deine Pfeile stecken in mir, und deine Hand drücket mich.
38:3
Es ist nichts Gesundes an meinem Leibe vor deinem Dräuen, und ist kein Friede in meinen Gebeinen vor meiner Sünde.
38:4
Denn meine Sünden gehen über mein Haupt, wie eine schwere Last sind sie mir zu schwer worden.
38:5
Meine Wunden stinken und eitern vor meiner Torheit.
38:6
Ich gehe krumm und sehr gebückt; den ganzen Tag gehe ich traurig.
38:7
Denn meine Lenden verdorren ganz, und ist nichts Gesundes an meinem Leibe.
38:8
Es ist mit mir gar anders und bin sehr zerstoßen. Ich heule vor Unruhe meines Herzens.
38:9
HErr, vor dir ist alle meine Begierde und mein Seufzen ist dir nicht verborgen.
38:10
Mein Herz bebet, meine Kraft hat mich verlassen, und das Licht meiner Augen ist nicht bei mir.
38:11
Meine Lieben und Freunde stehen gegen mich und scheuen meine Plage, und meine Nächsten treten ferne.
38:12
Und die mir nach der Seele stehen, stellen mir; und die mir übel wollen, reden, wie sie Schaden tun wollen, und gehen mit eitel Listen um.
38:13
Ich aber muß sein wie ein Tauber und nicht hören, und wie ein Stummer, der seinen Mund nicht auftut.
38:14
Und muß sein wie einer, der nicht höret und der keine Widerrede in seinem Munde hat.
38:15
Aber ich harre, HErr, auf dich; du, HErr, mein GOtt, wirst erhören.
38:16
Denn ich denke, daß sie ja sich nicht über mich freuen. Wenn mein Fuß wankete; würden sie sich hoch rühmen wider mich.
38:17
Denn ich bin zu Leiden gemacht, und mein Schmerz ist immer vor mir.
38:18
Denn ich zeige meine Missetat an und sorge für meine Sünde.
38:19
Aber meine Feinde leben und sind mächtig; die mich unbillig hassen, sind groß.
38:20
Und die mir Arges tun um Gutes, setzen sich wider mich, darum daß ich ob dem Guten halte.
38:21
Verlaß mich nicht, HErr, mein GOtt; sei nicht ferne von mir!
38:22
Eile mir beizustehen, HErr, meine Hilfe!

Kapitel 39

Ein Psalm Davids, vorzusingen, für Jeduthun.
39:1
Ich habe mir vorgesetzt, ich will mich hüten, daß ich nicht sündige mit meiner Zunge. Ich will meinen Mund zäumen, weil ich muß den Gottlosen so vor mir sehen.
39:2
Ich bin verstummet und still und schweige der Freuden und muß mein Leid in mich fressen.
39:3
Mein Herz ist entbrannt in meinem Leibe, und wenn ich dran gedenke, werde ich entzündet; ich rede mit meiner Zunge.
39:4
Aber, HErr, lehre doch mich, daß es ein Ende mit mir haben muß, und mein Leben ein Ziel hat und ich davon muß.
39:5
Siehe, meine Tage sind einer Hand breit bei dir, und mein Leben ist wie nichts vor dir. Wie gar nichts sind alle Menschen, die doch so sicher leben! Sela.
39:6
Sie gehen daher wie ein Schemen und machen ihnen viel vergeblicher Unruhe; sie sammeln und wissen nicht, wer es kriegen wird.
39:7
Nun, HErr, wes soll ich mich trösten? Ich hoffe auf dich.
39:8
Errette mich von aller meiner Sünde und laß mich nicht den Narren ein Spott werden.
39:9
Ich will schweigen und meinen Mund nicht auftun; du wirst's wohlmachen.
39:10
Wende deine Plage von mir; denn ich bin verschmachtet von der Strafe deiner Hand.
39:11
Wenn du einen züchtigest um der Sünde willen, so wird seine Schöne verzehret wie von Motten. Ach, wie gar nichts sind doch alle Menschen! Sela.
39:12
Höre mein Gebet, HErr, und vernimm mein Schreien und schweige nicht über meinen Tränen; denn ich bin beides, dein Pilgrim und dein Bürger, wie alle meine Väter.
39:13
Laß ab von mir, daß ich mich erquicke, ehe denn ich hinfahre und nicht mehr hie sei.

Kapitel 40

Ein Psalm Davids, vorzusingen.
40:1
Ich harrete des HErrn; und er neigete sich zu mir und hörete mein Schreien
40:2
und zog mich aus der grausamen Grube und aus dem Schlamm und stellete meine Füße auf einen Fels, daß ich gewiß treten kann;
40:3
und hat mir ein neu Lied in meinen Mund gegeben, zu loben unsern GOtt. Das werden viele sehen und den HErrn fürchten und auf ihn hoffen.
40:4
Wohl dem, der seine Hoffnung setzt auf den HErrn und sich nicht wendet zu den Hoffärtigen, und die mit Lügen umgehen.
40:5
HErr, mein GOtt, groß sind deine Wunder und deine Gedanken, die du an uns beweisest. Dir ist nichts gleich. Ich will sie verkündigen und davon sagen, wiewohl sie nicht zu zählen sind.
40:6
Opfer und Speisopfer gefallen dir nicht; aber die Ohren hast du mir aufgetan. Du willst weder Brandopfer noch Sündopfer.
40:7
Da sprach ich: Siehe, ich komme; im Buch ist von mir geschrieben.
40:8
Deinen Willen, mein GOtt, tu ich gerne und dein Gesetz hab ich in meinem Herzen.
40:9
Ich will predigen die Gerechtigkeit in der großen Gemeine; siehe, ich will mir meinen Mund nicht stopfen lassen, HErr, das weißest du.
40:10
Deine Gerechtigkeit verberge ich nicht in meinem Herzen; von deiner Wahrheit und von deinem Heil rede ich; ich verhehle deine Güte und Treue nicht vor der großen Gemeine.
40:11
Du aber, HErr, wollest deine Barmherzigkeit von mir nicht wenden; laß deine Güte und Treue allewege mich behüten!
40:12
Denn es hat mich umgeben Leiden ohne Zahl; es haben mich meine Sünden ergriffen, daß ich nicht sehen kann; ihrer ist mehr denn Haare auf meinem Haupt, und mein Herz hat mich verlassen.
40:13
Laß dir's gefallen, HErr, daß du mich errettest; eile, HErr, mir zu helfen!
40:14
Schämen müssen sich und zuschanden werden, die mir nach meiner Seele stehen, daß sie die umbringen; zurück müssen sie fallen und zuschanden werden, die mir Übels gönnen.
40:15
Sie müssen in ihrer Schande erschrecken, die über mich schreien: Da, da!
40:16
Es müssen sich freuen und fröhlich sein alle, die nach dir fragen; und die dein Heil lieben, müssen sagen allewege: Der HErr sei hochgelobt!
40:17
Denn ich bin arm und elend; der HErr aber sorget für mich. Du bist mein Helfer und Erretter; mein GOtt, verzeuch nicht!

Kapitel 41

Ein Psalm Davids, vorzusingen.
41:1
Wohl dem, der sich des Dürftigen annimmt! Den wird der HErr erretten zur bösen Zeit.
41:2
Der HErr wird ihn bewahren und beim Leben erhalten und ihm lassen wohlgehen auf Erden und nicht geben in seiner Feinde Willen.
41:3
Der HErr wird ihn erquicken auf seinem Siechbette; du hilfst ihm von aller seiner Krankheit.
41:4
Ich sprach: HErr, sei mir gnädig, heile meine Seele; denn ich habe an dir gesündiget.
41:5
Meine Feinde reden Arges wider mich: Wann wird er sterben und sein Name vergehen?
41:6
Sie kommen, daß sie schauen, und meinen's doch nicht von Herzen, sondern suchen etwas, daß sie lästern mögen, gehen hin und tragen's aus.
41:7
Alle, die mich hassen, raunen miteinander wider mich und denken Böses über mich.
41:8
Sie haben ein Bubenstück über mich beschlossen: Wenn er liegt, soll er nicht wieder aufstehen!
41:9
Auch mein Freund, dem ich mich vertrauete, der mein Brot aß, tritt mich unter die Füße.
41:10
Du aber, HErr, sei mir gnädig und hilf mir auf, so will ich sie bezahlen.
41:11
Dabei merke ich, daß du Gefallen an mir hast, daß mein Feind über mich nicht jauchzen wird.
41:12
Mich aber erhältst du um meiner Frömmigkeit willen und stellest mich vor dein Angesicht ewiglich.
41:13
Gelobt sei der HErr, der GOtt Israels, von nun an bis in Ewigkeit! Amen, Amen.

Kapitel 42

Eine Unterweisung der Kinder Korah, vorzusingen.
42:1
Wie der Hirsch schreiet nach frischem Wasser, so schreiet meine Seele, GOtt, zu dir.
42:2
Meine Seele dürstet nach GOtt, nach dem lebendigen GOtt. Wann werde ich dahin kommen, daß ich GOttes Angesicht schaue?
42:3
Meine Tränen sind meine Speise Tag und Nacht, weil man täglich zu mir sagt: Wo ist nun dein GOtt?
42:4
Wenn ich denn des inne werde, so schütte ich mein Herz heraus bei mir selbst; denn ich wollte gerne hingehen mit dem Haufen und mit ihnen wallen zum Hause GOttes mit Frohlocken und Danken unter dem Haufen, die da feiern.
42:5
Was betrübest du dich, meine Seele, und bist so unruhig in mir? Harre auf GOtt; denn ich werde ihm noch danken, daß er mir hilft mit seinem Angesicht.
42:6
Mein GOtt, betrübt ist meine Seele in mir; darum gedenke ich an dich im Lande am Jordan und Hermonim, auf dem kleinen Berg.
42:7
Deine Fluten rauschen daher, daß hie eine Tiefe und da eine Tiefe brausen; alle deine Wasserwogen und Wellen gehen über mich.
42:8
Der HErr hat des Tages verheißen seine Güte, und des Nachts singe ich ihm und bete zu GOtt meines Lebens.
42:9
Ich sage zu GOtt, meinem Fels: Warum hast du mein vergessen? Warum muß ich so traurig gehen, wenn mein Feind mich dränget?
42:10
Es ist als ein Mord in meinen Beinen, daß mich meine Feinde schmähen, wenn sie täglich zu mir sagen: Wo ist nun dein GOtt?
42:11
Was betrübest du dich, meine Seele, und bist so unruhig in mir? Harre auf GOtt; denn ich werde ihm noch danken, daß er meines Angesichts Hilfe und mein GOtt ist.

Kapitel 43

43:1
Richte mich, GOtt, und führe meine Sache wider das unheilige Volk und errette mich von den falschen und bösen Leuten.
43:2
Denn du bist der GOtt meiner Stärke; warum verstößest du mich? Warum lässest du mich so traurig gehen, wenn mich mein Feind dränget?
43:3
Sende dein Licht und deine Wahrheit, daß sie mich leiten und bringen zu deinem heiligen Berg und zu deiner Wohnung,
43:4
daß ich hineingehe zum Altar GOttes, zu dem GOtt, der meine Freude und Wonne ist, und dir, GOtt; auf der Harfe danke, mein GOtt!
43:5
Was betrübest du dich, meine Seele, und bist so unruhig in mir? Harre auf GOtt; denn ich werde ihm noch danken, daß er meines Angesichts Hilfe und mein GOtt ist.

Kapitel 44

Eine Unterweisung der Kinder Korah, vorzusingen,
44:1
GOtt, wir haben mit unsern Ohren gehöret, unsere Väter haben uns erzählet, was du getan hast zu ihren Zeiten vor alters.
44:2
Du hast mit deiner Hand die Heiden vertrieben, aber sie hast du eingesetzt; du hast die Völker verderbet, aber sie hast du ausgebreitet.
44:3
Denn sie haben das Land nicht eingenommen durch ihr Schwert, und ihr Arm half ihnen nicht, sondern deine Rechte, dein Arm und das Licht deines Angesichts; denn du hattest Wohlgefallen an ihnen.
44:4
GOtt, du bist derselbe mein König, der du Jakob Hilfe verheißest.
44:5
Durch dich wollen wir unsere Feinde zerstoßen; in deinem Namen wollen wir untertreten, die sich wider uns setzen.
44:6
Denn ich verlasse mich nicht auf meinen Bogen, und mein Schwert kann mir nicht helfen,
44:7
sondern du hilfst uns von unsern Feinden und machest zuschanden, die uns hassen.
44:8
Wir wollen täglich rühmen von GOtt und deinem Namen danken ewiglich. Sela.
44:9
Warum verstößest du uns denn nun und lässest uns zuschanden werden und zeuchst nicht aus unter unserm Heer?
44:10
Du lässest uns fliehen vor unserm Feinde, daß uns berauben, die uns hassen.
44:11
Du lässest uns auffressen wie Schafe und zerstreuest uns unter die Heiden.
44:12
Du verkaufest dein Volk umsonst und nimmst nichts drum.
44:13
Du machst uns zur Schmach unsern Nachbarn, zum Spott und Hohn denen, die um uns her sind.
44:14
Du machst uns zum Beispiel unter den Heiden, und daß die Völker das Haupt über uns schütteln.
44:15
Täglich ist meine Schmach vor mir, und mein Antlitz ist voller Schande,
44:16
daß ich die Schänder und Lästerer hören und die Feinde und Rachgierigen sehen muß.
44:17
Dies alles ist über uns kommen, und haben doch dein nicht vergessen, noch untreulich in deinem Bunde gehandelt;
44:18
unser Herz ist nicht abgefallen, noch unser Gang gewichen von deinem Wege,
44:19
daß du uns so zerschlägest unter den Drachen und bedeckest uns mit Finsternis.
44:20
Wenn wir des Namens unsers GOttes vergessen hätten und unsere Hände aufgehoben zum fremden GOtt,
44:21
das möchte GOtt wohl finden; nun kennet er ja unsers Herzens Grund.
44:22
Denn wir werden ja um deinetwillen täglich erwürget und sind geachtet wie Schlachtschafe.
44:23
Erwecke dich, HErr, warum schläfst du? Wache auf und verstoße uns nicht so gar!
44:24
Warum verbirgest du dein Antlitz, vergissest unsers Elends und Dranges?
44:25
Denn unsere Seele ist gebeuget zur Erde; unser Bauch klebet am Erdboden.
44:26
Mache dich auf, hilf uns und erlöse uns um deiner Güte willen!

Kapitel 45

Ein Brautlied und Unterweisung der Kinder Korah von den Rosen, vorzusingen.
45:1
Mein Herz dichtet ein feines Lied ich will singen von einem Könige; meine Zunge ist ein Griffel eines guten Schreibers.
45:2
Du bist der Schönste unter den Menschenkindern; holdselig sind deine Lippen; darum segnet dich GOtt ewiglich.
45:3
Gürte dein Schwert an deine Seite, du Held, und schmücke dich schön!
45:4
Es müsse dir gelingen, in deinem Schmuck. Zeuch einher der Wahrheit zu gut, und die Elenden bei Recht zu behalten, so wird deine rechte Hand Wunder beweisen.
45:5
Scharf sind deine Pfeile, daß die Völker vor dir niederfallen mitten unter den Feinden des Königs.
45:6
dein Stuhl bleibt immer und ewig; das Zepter deines Reichs ist ein gerades Zepter.
45:7
Du liebest Gerechtigkeit und hassest gottlos Wesen; darum hat dich, GOtt, dein GOtt gesalbet mit Freudenöle, mehr denn deine Gesellen.
45:8
Deine Kleider sind eitel Myrrhen, Aloe und Kezia, wenn du aus den elfenbeinernen Palästen dahertrittst in deiner schönen Pracht.
45:9
In deinem Schmuck gehen der Könige Töchter; die Braut stehet zu deiner Rechten in eitel köstlichem Golde.
45:10
Höre, Tochter, schaue drauf und neige deine Ohren; vergiß deines Volks und deines Vaters Haus,
45:11
so wird der König Lust an deiner Schöne haben; denn er ist dein HErr, und sollst ihn anbeten.
45:12
Die Tochter Zor wird mit Geschenk da sein, die Reichen im Volk werden vor dir flehen.
45:13
Des Königs Tochter ist ganz herrlich inwendig; sie ist mit güldenen Stücken gekleidet.
45:14
Man führet sie in gestickten Kleidern zum König; und ihre Gespielen, die Jungfrauen, die ihr nachgehen, führet man zu dir.
45:15
Man führet sie mit Freuden und Wonne, und gehen in des Königs Palast.
45:16
Anstatt deiner Väter wirst du Kinder kriegen; die wirst du zu Fürsten setzen in aller Welt.
45:17
Ich will deines Namens gedenken von Kind zu Kindeskind; darum werden dir danken die Völker immer und ewiglich.

Kapitel 46

Ein Lied der Kinder Korah von der Jugend, vorzusingen.
46:1
GOtt ist unsere Zuversicht und Stärke, eine Hilfe in den großen Nöten, die uns getroffen haben.
46:2
Darum fürchten wir uns nicht, wenngleich die Welt unterginge und die Berge mitten ins Meer sänken,
46:3
wenngleich das Meer wütete und wallete und von seinem Ungestüm die Berge einfielen. Sela.
46:4
Dennoch soll die Stadt GOttes fein lustig bleiben mit ihren Brünnlein, da die heiligen Wohnungen des Höchsten sind.
46:5
GOtt ist bei ihr drinnen, darum wird sie wohl bleiben; GOtt hilft ihr frühe.
46:6
Die Heiden müssen verzagen und die Königreiche fallen; das Erdreich muß vergehen, wenn er sich hören läßt.
46:7
Der HErr Zebaoth ist mit uns, der GOtt Jakobs ist unser Schutz. Sela.
46:8
Kommt her und schauet die Werke des HErrn, der auf Erden solch Zerstören anrichtet,
46:9
der den Kriegen steuert in aller Welt, der Bogen zerbricht, Spieße zerschlägt und Wagen mit Feuer verbrennt.
46:10
Seid stille und erkennet, daß ich GOtt bin! Ich will Ehre einlegen unter den Heiden, ich will Ehre einlegen auf Erden.
46:11
Der HErr Zebaoth ist mit uns, der GOtt Jakobs ist unser Schutz. Sela.

Kapitel 47

Ein Psalm, vorzusingen, der Kinder Korah.
47:1
Frohlocket mit Händen, alle Völker, und jauchzet GOtt mit fröhlichem Schall!
47:2
Denn der HErr, der Allerhöchste, ist erschrecklich, ein großer König auf dem ganzen Erdboden.
47:3
Er wird die Völker unter uns zwingen und die Leute unter unsere Füße.
47:4
Er erwählet uns zum Erbteil, die Herrlichkeit Jakobs, den er liebet. Sela.
47:5
GOtt fähret auf mit Jauchzen und der HErr mit heller Posaune.
47:6
Lobsinget, lobsinget GOtt; lobsinget, lobsinget unserm Könige!
47:7
Denn GOtt ist König auf dem ganzen Erdboden; lobsinget ihm klüglich!
47:8
GOtt ist König über die Heiden; GOtt sitzt auf seinem heiligen Stuhl.
47:9
Die Fürsten unter den Völkern sind versammelt zu einem Volk dem GOtt Abrahams; denn GOtt ist sehr erhöhet bei den Schilden auf Erden.

Kapitel 48

Ein Psalmlied der Kinder Korah.
48:1
Groß ist der HErr und hoch berühmt in der Stadt unsers GOttes, auf seinem heiligen Berge.
48:2
Der Berg Zion ist wie ein schön Zweiglein, des sich das ganze Land tröstet; an der Seite gegen Mitternacht liegt die Stadt des großen Königs.
48:3
GOtt ist in ihren Palästen bekannt, daß er der Schutz sei.
48:4
Denn siehe, Könige sind versammelt und miteinander vorübergezogen.
48:5
Sie haben sich verwundert, da sie solches sahen; sie haben sich entsetzt und sind gestürzt.
48:6
Zittern ist sie daselbst angekommen, Angst wie eine Gebärerin.
48:7
Du zerbrichst Schiffe im Meer durch den Ostwind.
48:8
Wie wir gehöret haben, so sehen wir's an der Stadt des HErrn Zebaoth, an der Stadt unsers GOttes; GOtt erhält dieselbige ewiglich. Sela
48:9
GOtt, wir warten deiner Güte in deinem Tempel.
48:10
GOtt, wie dein Name, so ist auch dein Ruhm, bis an der Welt Ende; deine Rechte ist voll Gerechtigkeit.
48:11
Es freue sich der Berg Zion, und die Töchter Judas seien fröhlich um deiner Rechte willen.
48:12
Macht euch um Zion und umfahet sie; zählet ihre Türme!
48:13
Leget Fleiß an ihre Mauern und erhöhet ihre Paläste, auf daß man davon verkündige bei den Nachkommen,
48:14
daß dieser GOtt sei unser GOtt immer und ewiglich. Er führet uns wie die Jugend.

Kapitel 49

Ein Psalm der Kinder Korah, vorzusingen.
49:1
Höret zu, alle Völker; merket auf, alle, die in dieser Zeit leben,
49:2
beide gemein Mann und Herren, beide reich und arm miteinander.
49:3
Mein Mund soll von Weisheit reden und mein Herz von Verstand sagen.
49:4
Wir wollen einen guten Spruch hören und ein fein Gedicht auf der Harfe spielen.
49:5
Warum sollt ich mich fürchten in bösen Tagen, wenn mich die Missetat meiner Übertreter umgibt?
49:6
Die sich verlassen auf ihr Gut und trotzen auf ihren großen Reichtum.
49:7
Kann doch ein Bruder niemand erlösen noch GOtt jemand versöhnen;
49:8
denn es kostet zu viel, ihre Seele zu erlösen, daß er's muß lassen anstehen ewiglich,
49:9
ob er auch gleich lange lebet und die Grube nicht siehet.
49:10
Denn man wird sehen, daß solche Weisen doch sterben, sowohl als die Toren und Narren umkommen, und müssen ihr Gut andern lassen.
49:11
Das ist ihr Herz, daß ihre Häuser währen immerdar, ihre Wohnungen bleiben für und für und haben große Ehre auf Erden.
49:12
Dennoch können sie nicht bleiben in solcher Würde, sondern müssen davon wie ein Vieh.
49:13
Dies ihr Tun ist eitel Torheit; noch loben's ihre Nachkommen mit ihrem Munde Sela.
49:14
Sie liegen in der Hölle wie Schafe, der Tod naget sie; aber die Frommen werden gar bald über sie herrschen, und ihr Trotz muß vergehen, in der Hölle müssen sie bleiben.
49:15
Aber GOtt wird meine Seele erlösen aus der Hölle Gewalt; denn er hat mich angenommen. Sela.
49:16
Laß dich's nicht irren, ob einer reich wird, ob die Herrlichkeit seines Hauses groß wird.
49:17
Denn er wird nichts in seinem Sterben mitnehmen, und seine Herrlichkeit wird ihm nicht nachfahren.
49:18
sondern er tröstet sich dieses guten Lebens und preiset es, wenn einer nach guten Tagen trachtet.
49:19
So fahren sie ihren Vätern nach und sehen das Licht nimmermehr.
49:20
Kurz, wenn ein Mensch in der Würde ist und hat keinen Verstand, so fähret er davon wie ein Vieh.

Kapitel 50

Ein Psalm Assaphs.
50:1
GOtt der HErr, der Mächtige, redet und ruft der Welt von Aufgang der Sonne bis zum Niedergang.
50:2
Aus Zion bricht an der schöne Glanz GOttes.
50:3
Unser GOtt kommt und schweiget nicht. Fressend Feuer gehet vor ihm her und um ihn her ein groß Wetter.
50:4
Er ruft Himmel und Erde, daß er sein Volk richte.
50:5
Versammelt mir meine Heiligen, die den Bund mehr achten denn Opfer.
50:6
Und die Himmel werden seine Gerechtigkeit verkündigen; denn GOtt ist Richter. Sela.
50:7
Höre, mein Volk, laß mich reden, Israel; laß mich unter dir zeugen: Ich, GOtt, bin dein GOtt.
50:8
Deines Opfers halben strafe ich dich nicht; sind doch deine Brandopfer sonst immer vor mir.
50:9
Ich will nicht von deinem Hause Farren nehmen, noch Böcke aus deinen Ställen;
50:10
denn alle Tiere im Walde sind mein und Vieh auf den Bergen, da sie bei tausend gehen.
50:11
Ich kenne alles Gevögel auf den Bergen, und allerlei Tier auf dem Felde ist vor mir.
50:12
Wo mich hungerte, wollt ich dir nicht davon sagen; denn der Erdboden ist mein und alles, was drinnen ist.
50:13
Meinest du, daß ich Ochsenfleisch essen wolle, oder Bocksblut trinken?
50:14
Opfere GOtt Dank und bezahle dem Höchsten deine Gelübde!
50:15
Und rufe mich an in der Not, so will ich dich erretten, so sollst du mich preisen.
50:16
Aber zum Gottlosen spricht GOtt: Was verkündigest du meine Rechte und nimmst meinen Bund in deinen Mund,
50:17
so du doch Zucht hassest und wirfst meine Worte hinter dich?
50:18
Wenn du einen Dieb siehest, so läufst du mit ihm und hast Gemeinschaft mit den Ehebrechern.
50:19
Dein Maul lässest du Böses reden, und deine Zunge treibet Falschheit.
50:20
Du sitzest und redest wider deinen Bruder, deiner Mutter Sohn verleumdest du.
50:21
Das tust du, und ich schweige. Da meinest du, ich werde sein gleich wie du. Aber ich will dich strafen und will dir's unter Augen stellen.
50:22
Merket doch das, die ihr GOttes vergesset, daß ich nicht einmal hinreiße, und sei kein Retter mehr da.
50:23
Wer Dank opfert, der preiset mich; und da ist der Weg, daß ich ihm zeige das Heil GOttes.

Kapitel 51

Ein Psalm Davids, vorzusingen, da der Prophet Nathan zu ihm kam, als er war zu Bathseba eingegangen.
51:1
GOtt, sei mir gnädig nach deiner Güte und tilge meine Sünden nach deiner großen Barmherzigkeit!
51:2
Wasche mich wohl von meiner Missetat und reinige mich von meiner Sünde!
51:3
Denn ich erkenne meine Missetat, und meine Sünde ist immer vor mir.
51:4
An dir allein hab ich gesündiget und übel vor dir getan, auf daß du recht behaltest in deinen Worten und rein bleibest, wenn du gerichtet wirst.
51:5
Siehe, ich bin aus sündlichem Samen gezeuget, und meine Mutter hat mich in Sünden empfangen.
51:6
Siehe, du hast Lust zur Wahrheit, die im Verborgenen liegt; du lässest mich wissen die heimliche Weisheit.
51:7
Entsündige mich mit Ysopen, daß ich rein werde; wasche mich, daß ich schneeweiß werde.
51:8
Laß mich hören Freude und Wonne, daß die Gebeine fröhlich werden, die du zerschlagen hast.
51:9
Verbirg dein Antlitz von meinen Sünden und tilge alle meine Missetat.
51:10
Schaffe in mir, GOtt, ein rein Herz und gib mir einen neuen, gewissen Geist.
51:11
Verwirf mich nicht von deinem Angesichte und nimm deinen Heiligen Geist nicht von mir.
51:12
Tröste mich wieder mit deiner Hilfe, und der freudige Geist enthalte mich.
51:13
Denn ich will die Übertreter deine Wege lehren, daß sich die Sünder zu dir bekehren.
51:14
Errette mich von den Blutschulden, GOtt, der du mein GOtt und Heiland bist, daß meine Zunge deine Gerechtigkeit rühme.
51:15
HErr, tue meine Lippen auf, daß mein Mund deinen Ruhm verkündige!
51:16
Denn du hast nicht Lust zum Opfer, ich wollte dir's sonst wohl geben; und Brandopfer gefallen dir nicht.
51:17
Die Opfer, die GOtt gefallen, sind ein geängsteter Geist; ein geängstet und zerschlagen Herz wirst du, GOtt, nicht verachten.
51:18
Tue wohl an Zion nach deiner Gnade; baue die Mauern zu Jerusalem!
51:19
Dann werden dir gefallen die Opfer der Gerechtigkeit, die Brandopfer und ganzen Opfer; dann wird man Farren auf deinem Altar opfern.

Kapitel 52

Eine Unterweisung Davids, vorzusingen, da Doeg, der Edomiter, kam und sagte Saul an und sprach: David ist in Ahimelechs Haus kommen.
52:1
Was trotzest du denn, du Tyrann, daß du kannst Schaden tun, so doch GOttes Güte noch täglich währet?
52:2
Deine Zunge trachtet nach Schaden und schneidet mit Lügen wie ein scharf Schermesser.
52:3
Du redest lieber Böses denn Gutes und falsch denn recht. Sela.
52:4
Du redest gern alles, was zu Verderben dienet, mit falscher Zunge.
52:5
Darum wird dich GOtt auch ganz und gar zerstören und zerschlagen und aus der Hütte reißen und aus dem Lande der Lebendigen ausrotten. Sela.
52:6
Und die Gerechten werden's sehen und sich fürchten und werden sein lachen:
52:7
Siehe, das ist der Mann, der GOtt nicht für seinen Trost hielt, sondern verließ sich auf seinen großen Reichtum und war mächtig, Schaden zutun.
52:8
Ich aber werde bleiben wie ein grüner Ölbaum im Hause GOttes, verlasse mich auf GOttes Güte immer und ewiglich.
52:9
Ich danke dir ewiglich, denn du kannst's wohl machen; und will harren auf deinen Namen, denn deine Heiligen haben Freude dran.

Kapitel 53

Eine Unterweisung Davids, im Chor umeinander vorzusingen.
53:1
Die Toren sprechen in ihrem Herzen: Es ist kein GOtt. Sie taugen nichts und sind ein Greuel worden in ihrem bösen Wesen. Da ist keiner, der Gutes tut.
53:2
GOtt schauet vom Himmel auf der Menschen Kinder, daß er sehe, ob jemand klug sei, der nach GOtt frage.
53:3
Aber sie sind alle abgefallen und allesamt untüchtig. Da ist keiner, der Gutes tue, auch nicht einer.
53:4
Wollen denn die Übeltäter ihnen nicht sagen lassen, die mein Volk fressen, daß sie sich nähren? GOtt rufen sie nicht an.
53:5
Da fürchten sie sich aber, da nicht zu fürchten ist; denn GOtt zerstreuet die Gebeine der Treiber. Du machst sie zuschanden; denn GOtt verschmähet sie.
53:6
Ach, daß die Hilfe aus Zion über Israel käme, und GOtt sein gefangen Volk erlösete! So würde sich Jakob freuen und Israel fröhlich sein.

Kapitel 54

Eine Unterweisung Davids, vorzusingen auf Saitenspielen, da die von Siph kamen und sprachen zu Saul: David hat sich bei uns verborgen.
54:1
Hilf mir, GOtt, durch deinen Namen und schaffe mir Recht durch deine Gewalt.
54:2
GOtt, erhöre mein Gebet; vernimm die Rede meines Mundes!
54:3
Denn Stolze setzen sich wider mich, und Trotzige stehen mir nach meiner Seele und haben GOtt nicht vor Augen. Sela.
54:4
Siehe, GOtt stehet mir bei; der HErr erhält meine Seele.
54:5
Er wird die Bosheit meinen Feinden bezahlen. Zerstöre sie durch deine Treue!
54:6
So will ich dir ein Freudenopfer tun und deinem Namen, HErr, danken, daß er so tröstlich ist.
54:7
Denn du errettest mich aus aller meiner Not, daß mein Auge an meinen Feinden Lust siehet.

Kapitel 55

Eine Unterweisung Davids, vorzusingen auf Saitenspielen.
55:1
GOtt, höre mein Gebet und verbirg dich nicht vor meinem Flehen.
55:2
Merke auf mich und erhöre mich, wie ich so kläglich zage und heule,
55:3
daß der Feind so schreiet, und der Gottlose dränget; denn sie wollen mir einen Tück beweisen und sind mir heftig gram.
55:4
Mein Herz ängstet sich in meinem Leibe, und des Todes Furcht ist auf mich gefallen.
55:5
Furcht und Zittern ist mich ankommen, und Grauen hat mich überfallen.
55:6
Ich sprach: O, hätte ich Flügel wie Tauben, daß ich flöge und etwa bliebe!
55:7
Siehe, so wollt ich mich ferne weg machen und in der Wüste bleiben. Sela.
55:8
Ich wollt eilen, daß ich entrönne vor dem Sturmwind und Wetter.
55:9
Mache ihre Zunge uneins, HErr, und laß sie untergehen; denn ich sehe Frevel und Hader in der Stadt.
55:10
Solches gehet Tag und Nacht um und um in ihren Mauern; es ist Mühe und Arbeit drinnen.
55:11
Schadentun regieret drinnen, Lügen und Trügen läßt nicht von ihrer Gasse.
55:12
Wenn mich doch mein Feind schändete, wollt ich's leiden, und wenn mir mein Hasser pochte, wollt ich mich vor ihm verbergen;
55:13
du aber bist mein Geselle, mein Pfleger und mein Verwandter,
55:14
die wir freundlich miteinander waren unter uns; wir wandelten im Hause GOttes zu Haufen.
55:15
Der Tod übereile sie, und müssen lebendig in die Hölle fahren; denn es ist eitel Bosheit unter ihrem Haufen.
55:16
Ich aber will zu GOtt rufen, und der HErr wird mir helfen.
55:17
Des Abends, Morgens und Mittags will ich klagen und heulen, so wird er meine Stimme hören.
55:18
Er erlöset meine Seele von denen, die an mich wollen, und schaffet ihr Ruhe; denn ihrer ist viel wider mich.
55:19
GOtt wird hören und sie demütigen, der allwege bleibt. Sela. Denn sie werden nicht anders und fürchten GOtt nicht.
55:20
Denn sie legen ihre Hände an seine Friedsamen und entheiligen seinen Bund.
55:21
Ihr Mund ist glätter denn Butter und haben doch Krieg im Sinn; ihre Worte sind gelinder denn Öl und sind doch bloße Schwerter.
55:22
Wirf dein Anliegen auf den HErrn! Der wird dich versorgen und wird den Gerechten nicht ewiglich in Unruhe lassen.
55:23
Aber, GOtt, du wirst sie hinunterstoßen in die tiefe Grube. Die Blutgierigen und Falschen werden ihr Leben nicht zur Hälfte bringen. Ich aber hoffe auf dich.

Kapitel 56

Ein gülden Kleinod Davids von der stummen Taube unter den Fremden, da ihn die Philister griffen zu Gath.
56:1
GOtt, sei mir gnädig, denn Menschen wollen mich versenken; täglich streiten sie und ängsten mich.
56:2
Meine Feinde versenken mich täglich; denn viele streiten wider mich stolziglich.
56:3
Wenn ich mich fürchte, hoffe ich auf dich.
56:4
Ich will GOttes Wort rühmen; auf GOtt will ich hoffen und mich nicht fürchten; was sollte mir Fleisch tun?
56:5
Täglich fechten sie meine Worte an; all ihre Gedanken sind, daß sie mir übel tun.
56:6
Sie halten zuhauf und lauern und haben acht auf meine Fersen, wie sie meine Seele erhaschen.
56:7
Was sie Böses tun, das ist schon vergeben. GOtt, stoße solche Leute ohne alle Gnade hinunter!
56:8
Zähle meine Flucht, fasse meine Tränen in deinen Sack! Ohne Zweifel, du zählest sie.
56:9
Dann werden sich meine Feinde müssen zurückkehren, wenn ich rufe; so werde ich inne, daß du mein GOtt bist.
56:10
Ich will rühmen GOttes Wort, ich will rühmen des HErrn Wort.
56:11
Auf GOtt hoffe ich und fürchte mich nicht; was können mir die Menschen tun?
56:12
Ich habe dir, GOtt, gelobet, daß ich dir danken will.
56:13
Denn du hast meine Seele vom Tode errettet, meine Füße vom Gleiten, daß ich wandeln mag vor GOtt im Licht der Lebendigen.

Kapitel 57

Ein gülden Kleinod Davids, vorzusingen, daß er nicht umkäme, da er vor Saul floh in die Höhle.
57:1
Sei mir gnädig, GOtt, sei mir gnädig! Denn auf dich trauet meine Seele und unter dem Schatten deiner Flügel habe ich Zuflucht, bis daß das Unglück vorübergehe.
57:2
Ich rufe zu GOtt, dem Allerhöchsten, zu GOtt, der meines Jammers ein Ende macht.
57:3
Er sendet vom Himmel und hilft mir von der Schmach meines Versenkers. Sela. GOtt sendet seine Güte und Treue.
57:4
Ich liege mit meiner Seele unter den Löwen. Die Menschenkinder sind Flammen; ihre Zähne sind Spieße und Pfeile und ihre Zungen scharfe Schwerter.
57:5
Erhebe dich, GOtt, über den Himmel und deine Ehre über alle Welt!
57:6
Sie stellen meinem Gange Netze und drücken meine Seele nieder; sie graben vor mir eine Grube und fallen selbst drein. Sela.
57:7
Mein Herz ist bereit, GOtt, mein Herz ist bereit, daß ich singe und lobe.
57:8
Wach auf, meine Ehre, wach auf, Psalter und Harfe! Frühe wille ich aufwachen.
57:9
HErr, ich will dir danken unter den Völkern, ich will dir lobsingen unter den Leuten.
57:10
Denn deine Güte ist, soweit der Himmel ist, und deine Wahrheit, soweit die Wolken gehen.
57:11
Erhebe dich, GOtt, über den Himmel und deine Ehre über alle Welt!

Kapitel 58

Ein gülden Kleinod Davids, vorzusingen, daß er nicht umkäme.
58:1
Seid ihr denn stumm, daß ihr nicht reden wollt, was recht ist; und richten, was gleich ist, ihr Menschenkinder?
58:2
Ja, mutwillig tut ihr unrecht im Lande und gehet stracks durch mit euren Händen zu freveln.
58:3
Die Gottlosen sind verkehrt von Mutterleibe an; die Lügner irren von Mutterleib an.
58:4
Ihr Wüten ist gleich wie das Wüten einer Schlange, wie eine taube Otter, die ihr Ohr zustopft,
58:5
daß sie nicht höre die Stimme des Zauberers, des Beschwörers, der wohl beschwören kann.
58:6
GOtt, zerbrich ihre Zähne in ihrem Maul; zerstoße, HErr, die Backenzähne der jungen Löwen!
58:7
Sie werden zergehen wie Wasser, das dahinfleußt. Sie zielen mit ihren Pfeilen, aber dieselben zerbrechen.
58:8
Sie vergehen, wie eine Schnecke verschmachtet; wie eine unzeitige Geburt eines Weibes sehen sie die Sonne nicht.
58:9
Ehe eure Dornen reif werden am Dornstrauche, wird sie ein Zorn so frisch wegreißen.
58:10
Der Gerechte wird sich freuen, wenn er solche Rache siehet, und wird seine Füße baden in des Gottlosen Blut,
58:11
daß die Leute werden sagen: Der Gerechte wird sein ja genießen; es ist ja noch GOtt Richter auf Erden.

Kapitel 59

Ein gülden Kleinod Davids, daß er nicht umkäme, da Saul hinsandte und ließ sein Haus bewahren, daß er ihn tötete.
59:1
Errette mich, mein GOtt, von meinen Feinden und schütze mich vor denen, so sich wider mich setzen!
59:2
Errette mich von den Übeltätern und hilf mir von den Blutgierigen!
59:3
Denn siehe, HErr, sie lauern auf meine Seele; die Starken sammeln sich wider mich ohne meine Schuld und Missetat.
59:4
Sie laufen ohne meine Schuld und bereiten sich. Erwache und begegne mir und siehe drein!
59:5
Du, HErr, GOtt Zebaoth, GOtt Israels, wache auf und suche heim alle Heiden; sei der keinem gnädig, die so verwegene Übeltäter sind! Sela.
59:6
Des Abends laß sie wiederum auch heulen wie die Hunde und in der Stadt umherlaufen.
59:7
Siehe, sie plaudern miteinander; Schwerter sind in ihren Lippen: Wer sollt es hören?
59:8
Aber du, HErr, wirst ihrer lachen und aller Heiden spotten.
59:9
Vor ihrer Macht halt ich mich zu dir; denn GOtt ist mein Schutz.
59:10
GOtt erzeigt mir reichlich seine Güte; GOtt läßt mich meine Lust sehen an meinen Feinden.
59:11
Erwürge sie nicht, daß es mein Volk nicht vergesse; zerstreue sie aber mit deiner Macht, HErr, unser Schild, und stoße sie hinunter!
59:12
Ihre Lehre ist eitel Sünde, und verharren in ihrer Hoffart und predigen eitel Fluchen und Widersprechen.
59:13
Vertilge sie ohne alle Gnade! Vertilge sie, daß sie nichts seien und inne werden, daß GOtt Herrscher sei in Jakob, in aller Welt. Sela.
59:14
Des Abends laß sie wiederum auch heulen wie die Hunde und in der Stadt umherlaufen.
59:15
Laß sie hin und herlaufen um Speise und murren, wenn sie nicht satt werden.
59:16
Ich aber will von deiner Macht singen und des Morgens rühmen deine Güte; denn du bist mein Schutz und Zuflucht in meiner Not.
59:17
Ich will dir, mein Hort, lobsingen; denn du, GOtt, bist mein Schutz und mein gnädiger GOtt.

Kapitel 60

Ein gülden Kleinod Davids, vorzusingen, von einem güldenen Rosenspan zu lehren, da er gestritten hatte mit den Syrern zu Mesopotamien und mit den Syrern von Zoba; da Joab umkehrete und schlug der Edomiter im Salztal zwölftausend.
60:1
GOtt, der du uns verstoßen und zerstreuet hast und zornig warest, tröste uns wieder!
60:2
Der du die Erde bewegt und zerrissen hast, heile ihre Brüche, die so zerschellet ist.
60:3
Denn du hast deinem Volk ein Hartes erzeigt; du hast uns einen Trunk Weins gegeben, daß wir taumelten.
60:4
Du hast aber doch ein Zeichen gegeben denen, die dich fürchten, welches sie aufwarfen und sie sicher machte. Sela.
60:5
Auf daß deine Lieben erledigt werden, so hilf nun mit deiner Rechten und erhöre uns!
60:6
GOtt redet in seinem Heiligtum, des bin ich froh, und will teilen Sichem und abmessen das Tal Suchoth.
60:7
Gilead ist mein, mein ist Manasse, Ephraim ist die Macht meines Haupts, Juda ist mein Fürst,
60:8
Moab ist mein Waschtöpfen, meinen Schuh strecke ich über Edom, Philistäa jauchzet zu mir.
60:9
Wer will mich führen in eine feste Stadt? Wer geleitet mich bis nach Edom?
60:10
Wirst du es nicht tun, GOtt, der du uns verstößest und zeuchst nicht aus, GOtt, auf unser Heer?
60:11
Schaff uns Beistand in der Not; denn Menschenhilfe ist kein nütze.
60:12
Mit GOtt wollen wir Taten tun. Er wird unsere Feinde untertreten.

Kapitel 61

Ein Psalm Davids, vorzusingen auf einem Saitenspiel.
61:1
Höre, GOtt, mein Geschrei und merke auf mein Gebet!
61:2
Hienieden auf Erden rufe ich zu dir, wenn mein Herz in Angst ist, du wollest mich führen auf einen hohen Felsen.
61:3
Denn du bist meine Zuversicht, ein starker Turm vor meinen Feinden.
61:4
Ich will wohnen in deiner Hütte ewiglich und trauen unter deinen Fittichen. Sela.
61:5
Denn du, GOtt, hörest meine Gelübde; du belohnest die wohl, die deinen Namen fürchten.
61:6
Du gibst einem Könige langes Leben, daß seine Jahre währen immer für und für,
61:7
daß er immer sitzen bleibet vor GOtt. Erzeige ihm Güte und Treue, die ihn behüten.
61:8
So will ich deinem Namen lobsingen ewiglich, daß ich meine Gelübde bezahle täglich.

Kapitel 62

Ein Psalm Davids für Jeduthun, vorzusingen.
62:1
Meine Seele ist stille zu GOtt, der mir hilft.
62:2
Denn er ist mein Hort, meine Hilfe, mein Schutz, daß mich kein Fall stürzen wird, wie groß er ist.
62:3
Wie lange stellet ihr alle einem nach, daß ihr ihn erwürget, als eine hangende Wand und zerrissene Mauer?
62:4
Sie denken nur, wie sie ihn dämpfen, fleißigen sich der Lüge, geben gute Worte, aber im Herzen fluchen sie. Sela.
62:5
Aber meine Seele harret nur auf GOtt; denn er ist meine Hoffnung.
62:6
Er ist mein Hort, meine Hilfe und mein Schutz, daß ich nicht fallen werde.
62:7
Bei GOtt ist mein Heil, meine Ehre, der Fels meiner Stärke; meine Zuversicht ist auf GOtt.
62:8
Hoffet auf ihn allezeit, lieben Leute, schüttet euer Herz vor ihm aus! GOtt ist unsere Zuversicht. Sela.
62:9
Aber Menschen sind doch ja nichts, große Leute fehlen auch; sie wägen weniger denn nichts, soviel ihrer ist.
62:10
Verlasset euch nicht auf Unrecht und Frevel; haltet euch nicht zu solchem, das nichts ist. Fällt euch Reichtum zu, so hänget das Herz nicht dran.
62:11
GOtt hat ein Wort geredet, das habe ich etlichemal gehöret, daß GOtt allein mächtig ist.
62:12
Und du, HErr, bist gnädig und bezahlest einem jeglichen, wie er's verdienet.

Kapitel 63

Ein Psalm Davids, da er war in der Wüste.
63:1
GOtt, du bist mein GOtt; frühe wache ich zu dir. Es dürstet meine Seele nach dir, mein Fleisch verlanget nach dir, in einem trockenen und dürren Lande, da kein Wasser ist.
63:2
Daselbst sehe ich nach dir in deinem Heiligtum, wollte gerne schauen deine Macht und Ehre.
63:3
Denn deine Güte ist besser denn Leben. Meine Lippen preisen dich.
63:4
Daselbst wollte ich dich gerne loben mein Leben lang und meine Hände in deinem Name