Die Bibel Martin Luther 1545

Evangelium des Lukas (Author Lukas)

1:26Und im sechsten Mond ward der Engel Gabriel gesandt von GOtt in eine Stadt in Galiläa, die heißt Nazareth,

1:27zu einer Jungfrau, die vertrauet war einem Manne mit Namen Joseph vom Hause David; und die Jungfrau hieß Maria.

1:28Und der Engel kam zu ihr hinein und sprach: Gegrüßet seiest du, Holdselige! Der HErr ist mit dir, du Gebenedeiete unter den Weibern.

1:29Da sie aber ihn sah, erschrak sie über seine Rede und gedachte: Welch ein Gruß ist das?

1:30Und der Engel sprach zu ihr: Fürchte dich nicht, Maria; du hast Gnade bei GOtt funden.

1:31Siehe; du wirst schwanger werden im Leibe und einen Sohn gebären, des Namen sollst du JEsus heißen.

1:32Der wird groß und ein Sohn des Höchsten genannt werden, und GOtt der HErr wird ihm den Stuhl seines Vaters David geben.

1:33Und er wird ein König sein über das Haus Jakob ewiglich, und seines Königreichs wird kein Ende sein.

1:34Da sprach Maria zu dem Engel: Wie soll das zugehen, sintemal ich von keinem Manne weiß?

1:35Der Engel antwortete und sprach zu ihr: Der Heilige Geist wird über dich kommen, und die Kraft des Höchsten wird dich überschatten; darum auch das Heilige, das von dir geboren wird, wird GOttes Sohn genannt werden.

1:36Und siehe, Elisabeth, deine Gefreundete, ist auch schwanger mit einem Sohn in ihrem Alter und gehet jetzt im sechsten Mond, die im Geschrei ist, daß sie unfruchtbar sei.

1:37Denn bei GOtt ist kein Ding unmöglich.

2:1Es begab sich aber zu der Zeit, daß ein Gebot vom Kaiser Augustus ausging, daß alle Welt geschätzt würde.

2:2Und diese Schätzung war die allererste und geschah zu der Zeit, da Cyrenius Landpfleger in Syrien war.

2:3Und jedermann ging, daß er sich schätzen ließe, ein. jeglicher in seine Stadt.

2:4Da machte sich auch auf Joseph aus Galiläa, aus der Stadt Nazareth, in das jüdische Land zur Stadt Davids die da heißt Bethlehem, darum daß er von dem Hause und Geschlechte Davids war,

2:5auf daß er sich schätzen ließe mit Maria, seinem vertrauten Weibe, die war schwanger.

2:6Und als sie daselbst waren, kam die Zeit, daß sie gebären sollte.

2:7Und sie gebar ihren ersten Sohn und wickelte ihn in Windeln und legte ihn in eine Krippe; denn sie hatten sonst keinen Raum in der Herberge.

2:8Und es waren Hirten in derselbigen Gegend auf dem Felde bei den Hürden, die hüteten des Nachts ihre Herde.

2:9und siehe des HErrn Engel trat zu ihnen, und die Klarheit des HErrn leuchtete um sie, und sie fürchteten sich sehr.

2:10Und der Engel sprach zu ihnen: Fürchtet euch nicht! Siehe, ich verkündige euch große Freude, die allem Volk widerfahren wird;

2:11denn euch ist heute der Heiland geboren, welcher ist Christus, der HErr, in der Stadt Davids.

2:12Und das habt zum Zeichen: Ihr werdet finden das Kind in Windeln gewickelt und in einer Krippe liegen.

2:13Und alsbald war da bei dem Engel die Menge der himmlischen Heerscharen, die lobten GOtt und sprachen:

2:14Ehre sei GOtt in der Höhe und Friede auf Erden und den Menschen ein Wohlgefallen!

2:15Und da die Engel von ihnen gen Himmel fuhren, sprachen die Hirten untereinander: Laßt uns nun gehen gen Bethlehem und die Geschichte sehen, die da geschehen ist, die uns der HErr kundgetan hat.

2:16Und sie kamen eilend und fanden beide, Maria und Joseph, dazu das Kind in der Krippe liegen.

2:17Da sie es aber gesehen hatten, breiteten sie das Wort aus, welches zu ihnen von diesem Kind gesagt war.

2:18Und alle, vor die es kam, wunderten sich der Rede, die ihnen die Hirten gesagt hatten.

2:19Maria aber behielt alle diese Worte und bewegete sie in ihrem Herzen.

2:20Und die Hirten kehreten wieder um, preiseten und lobten GOtt um alles, was sie gehöret und gesehen hatten, wie denn zu ihnen gesagt war.



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